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Pariser Bürgermeisterin kündigt Aus für leihbare E-Roller ab September an
Paris ist die erste europäische Großstadt, die nach einer stadtweiten Abstimmung leihbare E-Roller verbieten will. Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die die Abstimmung auf den Weg gebracht hatte, will die auslaufenden Verträge für drei Anbieter nicht mehr erneuern. "Vom 1. September an wird es keine Leihroller mehr in Paris geben", sagte Hidalgo am Sonntagabend.
Knapp 90 Prozent der Abstimmenden sprachen sich für ein Verbot der Leihroller aus. Die Wahlbeteiligung lag allerdings bei weniger als acht Prozent, was der Bürgermeisterin heftige Kritik einbrachte. Das Ergebnis ist rechtlich nicht bindend, aber Hidalgo will es dennoch umsetzen.
Die republikanische Stadträtin Rachida Dati warf der Bürgermeisterin vor, "auf demagogischen Weise davon abzulenken, dass sie es nicht geschafft hat, Regeln durchzusetzen". Die Anbieter der Roller empörten sich, dass es keine ausreichende Informationen über die Abstimmung gegeben habe und eine elektronische Stimmabgabe - die möglicherweise mehr junge Menschen zur Teilnahme bewogen hätte - nicht möglich gewesen sei.
In Paris stehen derzeit rund 15.000 E-Roller zum Leihen bereit. Die drei Anbieter Lime, Tier und Dott werden ihre Flotten nach der Abstimmung nun komplett aus der Stadt räumen müssen.
Private E-Roller sind vom dem Verbot nicht betroffen. Der Absatz dieser Gefährte dürfte in den kommenden Monaten anziehen. Im vergangenen Jahr wurden in Frankreich bereits 700.000 Stück verkauft.
Paris gehörte mit der Einführung der Leih-E-Roller 2018 zu den europäischen Pionieren. Doch mittlerweile sind die kleinen Elektrofahrzeuge laut Hidalgo zu einem echten "Reizthema" geworden. Hidalgo warf den Nutzern eine Wegwerfmentalität vor.
Befürworter schätzen die Leih-E-Roller als einfach zu bedienendes Fahrzeug für die Innenstadt. Gegner argumentieren, dass die Roller häufig die Gehwege versperren und beklagen ihre schlechte Ökobilanz. Vor allem verweisen sie auf die Gefahr, die von ihnen ausgeht: Im vergangenen Jahr gab es in Paris mehr als 400 Unfälle mit Rollern, drei Menschen kamen dabei ums Leben.
Mit der Diskussion ist Paris nicht allein: Zahlreiche Großstädte rund um die Welt haben die Benutzung von E-Rollern mittlerweile reguliert und eingeschränkt, einige wenige - wie Barcelona und Montréal - haben die Benutzung schon ganz verboten.
Verkehrsminister Clément Beaune kündigte vor einigen Tagen verschärfte Regeln für den Gebrauch von E-Rollern an. Künftig dürfen Jugendliche erst ab 14 Jahren E-Roller benutzen, derzeit ist das ab zwölf Jahren möglich. Die Strafe für Fahrten zu zweit oder auf nicht frei gegebenen Wegen soll von 35 auf 135 Euro steigen. Zudem werden doppelte Ständer vorgeschrieben, um das Umfallen geparkter E-Roller zu verhindern.
F.Ramirez--AT