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Herzzerreißender Brief von Maria an wegen Militärkritik verurteilten Vater
Nach der Verurteilung ihres alleinerziehenden Vaters wegen Kritik an der russischen Offensive in der Ukraine hat ein 13-jähriges Mädchen in Russland ihrem Vater einen herzzerreißenden Brief geschrieben: "Papa, Du bist mein Held", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben der von ihrem Vater getrennten Maria. "Ich liebe Dich sehr, Du bist unschuldig, ich werde immer an Deiner Seite sein."
Die Echtheit des Briefes von Maria an ihren Vater wurde der Nachrichtenagentur AFP vom Anwalt der Familie bestätigt. Die 13-Jährige war nach der Trennung von ihrem Vater in ein Heim gebracht worden, jeglicher Kontakt zu ihrem Vater wurde ihr verboten.
Marias Vater Alexej Moskaljow war am Dienstag wegen Kritik an der russischen Offensive in der Ukraine in der Kleinstadt Jefremow zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, nachdem ihm wegen einer entsprechenden Zeichnung seiner Tochter bereits vorläufig das Sorgerecht entzogen worden war. Allerdings wurde das Urteil am Dienstag in Abwesenheit des Angeklagten verlesen, weil dieser nach Gerichtsangaben aus dem Hausarrest geflohen war.
Der Fall erregt seit einiger Zeit die Gemüter im 300 Kilometer südlich von Moskau gelegenen Jefremow und darüber hinaus. Auslöser war eine Zeichnung, die Maria in der Schule angefertigt hatte: Sie zeigt Raketen, die auf eine Frau und ein Kind mit ukrainischer Flagge gerichtet sind. Die Schulleiterin schaltete umgehend die Polizei ein. Die Beamten überprüften die Internet-Konten des Vaters und entdeckten Kommentare, in denen er die Offensive kritisierte.
Das Vorgehen der Behörden in Jefremow schockiert Menschen in ganz Russland. Oppositionelle Medien berichten darüber, eine Online-Petition fordert, Maria zu ihrem Vater zurückkehren zu lassen. Wo sich Vater und Tochter am Mittwoch befanden, blieb unklar. Der Familienanwalt sagte, er habe Maria nicht treffen können.
Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine am 24. Februar 2022 führte Russland eine Reihe von strafrechtlichen Sanktionen ein, um gegen Kritik am Militär vorzugehen. Prominente Oppositionelle und einfache Bürger wurden festgenommen, einige wurden bereits vor Gericht gestellt und verurteilt.
J.Gomez--AT