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IOC empfiehlt Rückkehr Russlands in den Weltsport - unter Bedingungen
Aller Kritik zum Trotz hat sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) für eine Rückkehr russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten unter bestimmten Bedingungen ausgesprochen. Die IOC-Exekutive habe den Weltverbänden und Veranstaltern internationaler Sportereignisse empfohlen, dass die betroffenen Athleten nur einzeln und unter neutraler Flagge antreten dürften und strikter Neutralität verpflichtet sein müssten, sagte IOC-Präsident Thomas Bach am Dienstag.
Mannschaften beider Länder seien ebenso ausgeschlossen wie Athletinnen und Athleten, die dem Militär oder nationalen Sicherheitsbehörden angehören oder den russischen Angriffskrieg in der Ukraine "aktiv unterstützen". Die Sanktionen gegen "die Verantwortlichen für den Krieg, die Staaten Russland und Belarus sowie deren Regierungen", müssten bestehen bleiben, bekräftigte Bach - das bedeutet, dass sie keine internationalen Sportveranstaltungen auf ihrem Territorium abhalten dürfen.
Außerdem dürften "bei keinen Sportveranstaltungen oder -treffen Flaggen, Hymnen, Farben oder andere Erkennungsmerkmale dieser Länder gezeigt werden". Ebenso dürften "kein russischer oder belarussischer Regierungsvertreter oder Funktionär zu "internationalen Sportveranstaltungen oder -treffen eingeladen oder akkreditiert werden".
Über eine mögliche Teilnahme der betroffenen Athleten an den Olympischen Sommerspielen im kommenden Jahr in Paris sowie an den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo werde "zu gegebener Zeit" entschieden, sagte Bach weiter. Das Gremium habe es für nicht angebracht gehalten, einen Zeitrahmen zu nennen: "Niemand weiß, was morgen oder in neun Monaten passiert".
Bundesinnenministerin und Sportministerin Nancy Faeser (SPD) sprach in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung des IOC von einem "Schlag ins Gesicht der ukrainischen Sportlerinnen und Sportler". Diese hätten "die Solidarität des internationalen Sports verdient". "Der internationale Sport muss den brutalen russischen Angriffskrieg in aller Klarheit verurteilen", erklärte Faeser. Das gehe nur mit einem "kompletten Ausschluss russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten".
Olympische Spiele fänden nicht "im luftleeren Raum" statt, kritisierte die Ministerin weiter. "Wer den Kriegstreiber Russland internationale Wettbewerbe für seine Propaganda nutzen lässt, der schadet der olympischen Idee von Frieden und Völkerverständigung."
G.P.Martin--AT