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Kanada schickt wegen Bandengewalt in Haiti zwei Kriegsschiffe vor Küste des Landes
Angesichts der zunehmenden Bandengewalt in Haiti schickt Kanada zwei Kriegsschiffe vor die Küste des Karibikstaats. Die Schiffe würden das Küstengebiet beobachten, "Informationen sammeln und in den kommenden Wochen eine maritime Präsenz vor Haitis Küste aufrechterhalten", sagte der kanadische Premierminister Justin Trudeau am Donnerstag bei einem Treffen mit Vertretern von Karibikstaaten in Nassau, der Hauptstadt der Bahamas.
Bei einer Pressekonferenz führte Trudeau später aus, die beiden Fregatten würden "Haitis Nationale Polizei in ihren Bemühungen unterstützen, die Banden-Aktivitäten unter Kontrolle zu bringen". Allein die Präsenz der Schiffe in der Bucht der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince werde die Banden davon abhalten, den Seeweg für ihre kriminellen Aktivitäten zu nutzen.
Trudeau äußerte sich vor Journalisten "sehr besorgt" über die Lage in Haiti. Bewaffnete Gruppen begingen dort Morde, Vergewaltigungen und Entführungen und rekrutierten Kinder für ihre Verbrechen. Einen großen Teil der Verantwortung für diese Missstände trage "eine kleine Zahl mächtiger Elite-Familien, die Instabilität schüren und Gewalt finanzieren zu ihrem eigenen Nutzen und mit schrecklichen Folgen für das haitianische Volk".
Solange diese Kreise nicht für ihre "Rolle in dieser schrecklichen Krise in Haiti zur Verantwortung gezogen würden", werde sich die Lage nicht bessern, warnte Trudeau. Kanada bemühe sich daher um internationale Sanktionen gegen die Verantwortlichen. Trudeaus Regierung setzte am Donnerstag weitere Haitianer auf ihre Sanktionsliste und kündigte zugleich weitere humanitäre Hilfe für Haitis Bevölkerung an.
Haiti leidet seit Jahren unter humanitären, wirtschaftlichen und politischen Krisen und ist das ärmste Land in der westlichen Hemisphäre. Vielerorts im Land haben kriminelle Banden de facto die Kontrolle übernommen. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte vergangene Woche die Stationierung einer internationalen Truppe in Haiti, um diesen "wahr gewordenen Alptraum" zu beenden.
M.White--AT