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Steuerberater fordern Vereinfachung von immer komplizierterem Steuerrecht
Deutschlands Steuerrecht wird nach Ansicht der Steuerberater immer komplizierter und ist langfristig kaum noch zu bewältigen. Unter anderem müsse es endlich mehr Digitalisierung geben, forderte der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Hartmut Schwab, in der "Augsburger Allgemeinen" (Freitagsausgabe). "Deutschland hinkt anderen Ländern, die ihr Steuersystem modernisiert haben, kolossal hinterher." Zudem werde das Streben nach größtmöglicher Einzelfallgerechtigkeit bei vielen Gesetzen immer mehr zum Problem.
"Das hindert uns, pragmatische Lösungen umzusetzen und kostet uns am Ende einen immensen Bürokratieaufwand, der mitunter in keinem Verhältnis zu den Einnahmen steht", sagte Schwab. "Stattdessen entstehen tausende Detailfragen, die Personal binden und Gerichte beschäftigen."
Als jüngstes Beispiel nannte der Kammerpräsident die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die steigenden Energiekosten: "Die Energiehilfen ziehen viele komplizierte Steuerfragen nach sich - und wer meint, dass sich Steuerberater darüber freuen, irrt sich." Beispielsweise falle bei der 300-Euro-Energiepreispauschale eine Rentenbesteuerung nach unterschiedlichen Jahrgängen an. "Ein Riesenaufwand für 300 Euro", konstatierte Schwab.
"Für eine moderne Besteuerung braucht Deutschland mehr Digitalisierung, Vernetzung, weniger Kleinstaaterei und müsste auch seine Steuersätze im internationalen Vergleich überprüfen", forderte Schwab. So hätten andere europäische Länder längst die elektronische Rechnung eingeführt, die sich digital sofort von allen Stellen automatisch abgleichen lasse.
H.Thompson--AT