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Iranischer Regisseur Rasoulof nimmt an Filmfestival in Cannes teil
Der aus dem Iran geflohene Regisseur Mohammad Rasoulof wird nach Angaben der Organisatoren am Filmfestival in Cannes teilnehmen. Rasoulof werde am Freitag in der Stadt an der südfranzösischen Côte d'Azur sein und seinen neuen Film "Der Samen der Heiligen Feige" persönlich vorstellen, teilte Festivalleiter Thierry Frémaux am Dienstag mit.
Der in seiner Heimat zu einer Haftstrafe verurteilte Rasoulof hatte am Montag vergangener Woche im Onlinedienst Instagram mitgeteilt, dass ihm die Ausreise aus dem Iran gelungen sei. Am Freitag hatte er dann dem "Guardian" gesagt, er habe die iranische Landesgrenze zu Fuß über Bergpfade überquert und halte sich derzeit in Deutschland auf.
Der Berlinale-Gewinner war im Iran wegen "Verschwörung gegen die nationale Sicherheit" zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. "Ich musste mich zwischen dem Gefängnis und der Ausreise aus dem Iran entscheiden", schrieb er in einer Erklärung an die Nachrichtenagentur AFP. "Schweren Herzens habe ich mich für das Exil entschieden."
Einige Kollegen, die an seinem Film beteiligt waren, hätten ebenfalls das Land verlassen. Andere hielten sich weiterhin im Iran auf. "Meine Gedanken sind bei jedem einzelnen von ihnen und ich fürchte um ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen", schrieb Rasoulof.
Rasoulof hatte 2020 bei der Berlinale den Goldenen Bären für seinen Film "Doch das Böse gibt es nicht" verliehen bekommen. Den Preis konnte er nicht entgegennehmen, weil er damals den Iran nicht verlassen durfte. Zuletzt hatten ihn die iranischen Behörden unter Druck gesetzt, seinen neuen Film aus dem Wettbewerb um die Goldene Palme in Cannes zurückzuziehen.
D.Lopez--AT