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Macron und Leo XIV. rufen zu Frieden in der Welt auf
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Papst Leo XIV. haben vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zu Frieden in der Welt aufgerufen. "Angesichts der Brüche in der Welt ist der Einsatz für Frieden Pflicht und Anspruch", erklärte Macron am Freitag nach seiner ersten Privataudienz bei dem aus den USA stammenden Leo XIV. Der Papst verurteilte die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen Osten.
Macron erklärte nach der Unterredung mit dem Papst im Onlinedienst X, Frankreich werde sich immer "für den Dialog, die Gerechtigkeit und Brüderlichkeit zwischen den Völkern einsetzen". Der Vatikan seinerseits erklärte, Leo XIV. und Macron hätten den Wunsch geäußert, angesichts der "Konflikte in der Welt" möge "das friedliche Zusammenleben durch Dialog und Verhandlungen wiederhergestellt werden". Der Papst erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen".
Der Elysée-Palast hatte vor dem Treffen mitgeteilt, "die Lösung der Krise im Nahen Osten" solle im Mittelpunkt der Gespräche stehen. "Besondere Aufmerksamkeit" verdiene aus Sicht des französischen Präsidenten und des Papstes die Lage im Libanon. Das fortgesetzte massive militärische Vorgehen Israels stellt aus Sicht von Kritikern die Waffenruhe im Iran-Krieg zunehmend in Frage. Macron dringt darauf, die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran auf den Libanon auszuweiten. Leo XIV. hatte im Herbst die erste Auslandsreise als Papst in den Libanon unternommen.
Der in den Vereinigten Staaten geborene Leo XIV. hat wiederholt die US-Politik kritisiert. Zuletzt wiesen das Pentagon in Washington und der Vatikan einen US-Medienbericht zurück, wonach der Gesandte des Heiligen Stuhls wegen kritischer Äußerungen des Papstes über die Anwendung militärischer Gewalt zu einer "bitteren Standpauke" einbestellt worden sei. Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Anfang März weitete er sich auf den Libanon aus.
Das Vier-Augen-Gespräch zwischen dem Papst und dem französischen Präsidenten dauerte eine Stunde und damit deutlich länger als eine gewöhnliche Privataudienz. Vom Vatikan veröffentlichte Videoaufnahmen ließen erkennen, dass sich Leo XIV. und Macron vergleichsweise förmlich begrüßten und Englisch sprachen. Als Geschenk überreichte Macron dem sportbegeisterten Papst ein signiertes Trikot der französischen Basketball-Nationalmannschaft. Macron war gemeinsam mit seiner Frau Brigitte zu dem Treffen gekommen, die wie bei Papstbesuchen üblich ganz in Schwarz gekleidet war.
Im Vorfeld war erwartet worden, dass auch die langsame Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchsfälle in katholischen Institutionen in Frankreich ein Thema bei dem Treffen sein würde. Erst Ende März hatte ein Zivilgericht in Frankreich einen ehemaligen Weihbischof wegen Vergewaltigung zu einer Entschädigungszahlung verurteilt. Die französische Bischofskonferenz hat zudem kürzlich eine neue Form der Begleitung von Missbrauchsopfern angekündigt, die bei Betroffenen jedoch auf Kritik stößt.
Papst Leo verfolgt zudem die Debatte um eine Reform der Sterbehilfe in Frankreich mit Sorge. Ein Gesetz dazu soll in Frankreich vor dem Sommer verabschiedet werden.
Für Macron war es die vierte Papst-Audienz seit Beginn seiner Amtszeit und das erste Treffen mit Papst Leo XIV. Der französische Präsident lud Leo XIV. bei dem Treffen im Vatikan offiziell zu einem Besuch in seiner Heimat ein. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, teilte der Elysée-Palast mit. Im Gespräch ist unbestätigten Angaben zufolge ein Termin im frühen Herbst. Leos Vorgänger Franziskus war unter anderem in Marseille und Straßburg gewesen, besuchte jedoch nicht die französische Hauptstadt Paris.
E.Flores--AT