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Macron warnt vor "Spirale der Gewalt" nach Tod von Rechtsradikalem in Lyon
Nach dem gewaltsamen Tod eines ultrarechten Aktivisten in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron vor einer "Spirale der Gewalt" gewarnt. Macron zeigte sich besorgt und rief zur Ruhe auf, wie es am Donnerstag aus seinem Umfeld hieß. Auch der Bürgermeister von Lyon, wo am Samstag ein Trauermarsch für Quentin Deranque stattfinden soll, warnte vor Ausschreitungen und weiteren Zusammenstößen.
Der 23-jährige Deranque, der Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen hatte, hatte sich vor einer Woche an Protesten gegen die linkspopulistische EU-Abgeordnete Rima Hassan an einer Hochschule in Lyon beteiligt. Anschließend kam es nach Angaben aus Polizeikreisen zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen rechts- und linksextremen Aktivisten. Deranque wurde von mehreren Vermummten zusammengeschlagen und starb am Samstag an den Folgen seiner schweren Kopfverletzung.
Unter Druck wegen möglicher Verbindungen zu einigen der linksextremen Gewalttäter steht nun vor allem die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI). Sie lehnte am Donnerstag die Forderung nach einem Ausschluss eines ihrer Abgeordneten mit Verbindungen zu mutmaßlichen Tätern ab. Dies komme nicht in Frage, sagte LFI-Koordinator Manuel Bompard dem Sender France Info mit Blick auf die Rücktrittsforderungen gegen den Abgeordneten Raphaël Arnault .
"Warum sollte ein Arbeitgeber für die Taten seiner Angestellten verantwortlich sein", fügte Bompard hinzu. Arnault steht in der Kritik, weil zwei seiner parlamentarischen Mitarbeiter und ein ehemaliger Praktikant im Zusammenhang mit der tödlichen Gewalt gegen Deranque festgenommen wurden. Arnault hatte eine linksextreme Gruppe gegründet, deren Auflösung das Innenministerium im vergangenen Sommer verfügt hatte.
Einer der parlamentarischen Mitarbeiter, Jacques-Elie Favrot, räumte seine Beteiligung an den Zusammenstößen in Lyon ein. Er bestritt aber, für die tödlichen Fußtritte gegen den Kopf von Deranque verantwortlich zu sein. Am Donnerstagnachmittag sollen die insgesamt elf Festgenommenen einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Dieser entscheidet, ob sie in Untersuchungshaft kommen oder freigelassen werden.
Gegen sieben der Festgenommenen wird wegen Totschlags ermittelt. Die übrigen vier stehen im Verdacht, den Tätern auf der Flucht geholfen zu haben.
Der Bürgermeister von Lyon, Grégory Doucet forderte unterdessen, einen für Samstag geplanten Trauermarsch für Deranque zu verbieten. Er verwies auf das Risiko neuer Gewaltausbrüche. Im westfranzösischen Lyon kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen rechts- und linksextremen Gruppen.
Gut drei Wochen vor der Kommunalwahl sorgt der Fall für Aufruhr in den politischen Lagern: Rechte und rechtspopulistische Politiker werfen der Partei LFI vor, ein Klima der Gewalt befördert zu haben. Während die Linkspopulisten eine "Instrumentalisierung" des Falls anprangern, wenden sich die gemäßigten Linksparteien zunehmend von ihnen ab und schließen Wahlbündnisse aus.
A.Moore--AT