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Macron wirft Freizeit-Koksern Mitverantwortung für Drogenkrieg vor
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Freizeit-Koksern und -Haschischrauchern eine Mitverantwortung für den Krieg der Drogenbanden vorgeworfen, unter der die südfranzösische Hafenstadt Marseille besonders leidet. "Auch die Reichen in den Städten finanzieren die Drogenhändler", sagte Macron nach den Worten der Regierungssprecherin Maud Bregeon am Mittwoch während der Kabinettssitzung in Paris.
"Man kann nicht einerseits die Toten beklagen und dann abends nach der Arbeit weiter Drogen konsumieren", fügte die Regierungssprecherin hinzu. Macron habe in der Sitzung die große Bedeutung der Prävention und Sensibilisierung betont. Die betroffenen Ministerien müssten von der lokalen bis zur internationalen Ebene eng zusammenarbeiten.
Anlass für Macrons Bemerkungen war die Ermordung des jüngeren Bruders eines Grünen-Lokalpolitikers aus Marseille, der sich im Kampf gegen die Drogenbanden engagiert. Innenminister Laurent Nuñez hatte dies als eine "Einschüchterungstat" bezeichnet und sie mit den "Drogenhändlern und Chefs der Marseille-Mafia" in Verbindung gebracht.
Die Täter hatten in der vergangenen Woche am frühen Nachmittag mitten im Stadtzentrum den 20 Jahre alten Mehdi Kessaci von einem Motorroller aus erschossen. Sein Bruder Amine Kessaci hat sich dem Kampf gegen die Drogenkriminalität verschrieben. Die Staatsanwalt schloss aus, dass es sich um ein Zufallsopfer handelte.
Der Fall hatte in Frankreich die Debatte über den Kampf gegen die Drogenbanden erneut angefacht. In Marseille waren im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg 2023 knapp 50 Menschen getötet worden, unter ihnen mehrere Unbeteiligte. Im laufenden Jahr waren es nach einer AFP-Zählung bislang 14 Todesopfer im Großraum Marseille.
A.Moore--AT