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Suche nach weiteren Opfern in Los Angeles - Scharfer Wind droht
Während in den Brandgebieten von Los Angeles Suchtrupps mit Leichenspürhunden nach weiteren Opfern der Katastrophe suchen, droht scharfer Wind neue Brände anzufachen. Der Wetterdienst warnte für Dienstag und Mittwoch vor "extrem Besorgnis erregenden Brandwetterbedingungen", die nicht nur bestehende Feuer verstärken, sondern auch neue Brände antreiben könnten.
Bislang wurden 24 Todesopfer geborgen. Teams mit Spürhunden gehen in den von den Feuern verwüsteten Gebieten von Grundstück zu Grundstück, um in der Asche der oft vollständig niedergebrannten Holzhäuser nach menschlichen Überresten zu suchen. "Es ist eine sehr bittere Aufgabe", sagte Sheriff Robert Luna. Er gehe davon aus, dass noch mehr Tote gefunden werden.
Bereits am Montagabend wehte der Wind in den Landkreisen Los Angeles und Ventura mit bis zu 120 Stundenkilometern, am Dienstag und Mittwoch sollte er noch zunehmen. Dies erschwere nicht nur die Bekämpfung der bestehenden Brände, sondern mache "die Entzündung weiterer Feuer sehr viel wahrscheinlicher", warnte der Wetterdienst.
Dabei sind die seit einer Woche wütenden Brände noch lange nicht gelöscht: Das "Palisades Fire", das bis Montag fast 9700 Hektar Fläche verwüstete, war laut Feuerwehr nur zu 14 Prozent eingedämmt, das "Eaton Fire" mit rund 5600 Hektar vernichteter Fläche nur zu einem Drittel. Mehr als 12.000 Gebäude gingen bislang in Flammen auf.
"Es wird dutzende Milliarden Dollar kosten, Los Angeles wieder dorthin zu bringen, wo es einmal war", sagte der scheidende US-Präsident Joe Biden bei einem Treffen mit Vertretern des Katastrophenschutzes. Biden rief den US-Kongress auf, den kalifornischen Behörden die dafür nötigen Mittel bereitzustellen.
Unterdessen wurden gegen neun Verdächtige Verfahren wegen Plünderungen in den Evakuierungsgebieten eingeleitet. Darunter seien etwa ein Einbruch, bei dem die Täter insgesamt Beute im Wert von 200.000 Dollar (rund 195.000 Euro) machten sowie ein weiterer, bei dem die Täter eine Emmy-Statuette erbeuteten, wie Los Angeles' Bezirksstaatsanwalt Nathan Hochman berichtete.
Hochman warnte potenzielle Straftäter davor, die Katastrophensituation auszunutzen: "Die Frage ist nicht, ob, sondern wann Sie erwischt werden, wenn Sie diese Verbrechen begehen", sagte er. "Versuchen Sie nicht, die Tragödie anderer Leute auszunutzen, die unter diesen Bränden leiden."
Unterdessen sagte die US-Filmakademie den alljährlichen glamourösen Empfang der Oscar-Nominierten wegen der Brände für dieses Jahr ab. Die Nominierungen für den wichtigsten US-Filmpreis sollen zudem lediglich online statt vor Publikum verkündet werden. Die Oscar-Verleihung am 2. März soll jedoch wie geplant stattfinden.
Angesichts der Zerstörungen haben Filmstudios und Streamingdienste Millionenspenden für Katastrophenhilfe und Wiederaufbau angekündigt.
Seit Dienstag vergangener Woche waren rund um die südkalifornische Millionenstadt mehrere große Brände ausgebrochen, die durch starken Wind angefacht wurden und sich explosionsartig ausbreiteten. Mehr als 180.000 Menschen mussten zeitweilig ihre Häuser verlassen, unter ihnen zahlreiche Hollywood-Stars und andere Prominente. Eine Woche nach Beginn der Brände gelten weiter Evakuierungsanordnungen für mehr als 90.000 Menschen.
T.Sanchez--AT