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Eine Tonne Kokain in Nordsee vor Spiekeroog: Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt
In einem Prozess um Beihilfe zum Schmuggel von rund einer Tonne Kokain hat das Landgericht Oldenburg den Kapitän eines Fischkutters sowie einen Helfer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Gegen den 50-jährigen Kapitän des Kutters aus den Niederlanden verhängte es nach Angaben eines Sprechers am Dienstag vier Jahre und drei Monate Haft, gegen dessen 46-jährigen Komplizen vier Jahre Haft.
Nach Feststellungen des Gericht sollten beide Männer im März im Auftrag von Hinterleuten der internationalen Drogenmafia versuchen, das von Bord eines Frachtschiffs vor der Insel Spiekeroog in die Nordsee geworfene Kokain zu bergen. Der Frachter verspätete sich und konnte die abgesprochene Position nicht erreichen, weshalb die Männer das Rauschgift nicht fanden. Es wurde laut Ermittlern später mutmaßlich von anderen Täter aus dem Wasser geholt.
Nach Angaben des Gerichtssprechers dienten unter anderen Chatnachrichten, mit denen die Bergung der schwimmfähigen Drogenpakete koordiniert wurde, als Beweismittel. Der 46-jährige Komplize räumte die Vorwürfen demnach in dem Prozess auch ein. Beide Angeklagte wurden wegen Beihilfe zur Einfuhr und zum Handeltreiben mit Drogen in erheblicher Menge schuldig gesprochen.
Der Schmuggel von Kokain nach Europa nahm in den vergangenen Jahren stark zu. Immer wieder fangen Sicherheitsbehörden Rauschgiftlieferungen im Tonnenbereich etwa in Seehäfen ab. Demnach bauen die Drogenkartelle aus den südamerikanischen Kokainanbaustaaten ihre Absatzwege derzeit massiv aus.
Zuletzt fingen Ermittler im September in Hamburg rund 2,1 Tonnen der Droge in einem Kühlcontainer mit Bananen aus Südamerika ab, in einem Fruchthof in Sachsen tauchten im November weitere knapp 600 Kilogramm Kokain in Bananenkisten auf. Im Hafen von Antwerpen in Belgien wurden ebenfalls im November sogar fast fünf Tonnen Kokain beschlagnahmt.
T.Wright--AT