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Ankunft von Taifun "Gaemi" in China: 300.000 Menschen müssen Häuser verlassen
Nach der Ankunft von Taifun "Gaemi" im Osten von China sind knapp 300.000 Menschen aus ihren Häusern und Wohnungen evakuiert worden. In einigen Städten der Provinz Fujian blieben am Freitag Schulen, Märkte und Bürogebäude geschlossen. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde teilweise eingestellt. Die Behörden warnten vor heftigen Regenfällen und Überschwemmungen.
In der Nachbarprovinz Zhejiang verwandelten sich Straßen in Flüsse, zudem waren überall Bäume verstreut, wie Bilder im staatlichen Fernsehsender CCTV zeigten. Für die neun Millionen Einwohner zählende Stadt Wenzhou wurde demnach die höchste Regenwarnstufe ausgerufen und fast 7000 Menschen evakuiert. Staatlichen Medien zufolge wird auch in den zentralen Provinzen Jiangxi und Henan mit starkem Regen gerechnet. In Guangdong, der bevölkerungsreichsten Provinz Chinas, wurde demnach in Erwartung des Wirbelsturms der Zugverkehr am Freitag teilweise eingestellt.
CCTV berichtete unter Berufung auf die offizielle chinesische Wetterbehörde, dass sich der Taifun mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde in Richtung Nordwesten bewege, sich dabei jedoch allmählich abschwäche. Bislang wurden laut den Behörden auf dem chinesischen Festland keine Toten oder Verletzten durch den Sturm und die heftigen Regenfälle gemeldet.
"Gaemi" war am Mittwochabend (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 190 Kilometern pro Stunde in Taiwan auf Land getroffen und hatte dabei schwere Schäden verursacht. Mindestens fünf Menschen kamen beim dem schwersten Taifun seit acht Jahren ums Leben, Teile der zweitgrößten Stadt des Inselstaats wurden überflutet. Im Anschluss zog der Sturm weiter in Richtung China, wo er am Donnerstagabend Angaben staatlicher Medien zufolge auf Land traf.
Auch auf den Philippinen waren die Auswirkungen des Taifuns zu spüren: Zwar lag der Inselstaat nicht direkt auf der Route des Wirbelsturms, "Gaemi" verstärkte jedoch die in der Jahreszeit üblichen Monsunregenfälle und löste Erdrutsche und Überschwemmungen aus. Nach Angaben der Polizei starben mindestens 30 Menschen.
In der Bucht von Manila sank Behördenangaben zufolge am frühen Donnerstagmorgen ein Tanker mit 1,4 Millionen Litern Schweröl an Bord. Ein Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben. Die Behörden warnten vor der schwerste Ölpest in der Geschichte des Landes, sollte das ganze Öl ins Meer gelangen.
Zwischen Juli und Oktober kommt es in der Region häufig zu Taifunen. Experten zufolge erhöht der Klimawandel die Intensität der Wirbelstürme, die mit heftigen Regenfällen, flutartigen Überschwemmungen und starken Windböen einhergehen. China erlebt bereits jetzt einen Sommer mit extremen Wetterlagen: Während der Osten und Süden des Lands mit heftigen Regenfällen zu kämpfen hat, leiden die Menschen im Norden unter aufeinanderfolgenden Hitzewellen.
Ch.P.Lewis--AT