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Iran verlegt fünf seit Jahren inhaftierte US-Bürger in den Hausarrest
Der Iran hat fünf seit Jahren inhaftierte US-Bürger in den Hausarrest überstellt. Vier von ihnen wurden Angaben einer ihrer Anwälte zufolge am Donnerstag aus dem berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran entlassen und zu einem Hotel eskortiert. Eine weitere Gefangene war bereits in der vergangenen Woche in den Hausarrest überstellt worden. Weder Washington noch Teheran nannten Einzelheiten zu dem Abkommen.
Der Iran bezeichnete das Abkommen Donnerstagabend als Gefangenenaustausch. Die staatliche Agentur Irna zitierte die Vertretung Teherans bei den Vereinten Nationen mit den Worten, jede Seite werde "Amnestie gewähren und fünf Gefangene freilassen".
Laut Irna beinhaltet das Abkommen mit den USA auch die Freigabe von in Südkorea eingefrorenem iranischen Guthaben in Höhe von sechs Milliarden Dollar (5,45 Milliarden Euro) und einem "erheblichen Betrag iranischer Gelder auf der irakischen TBI-Bank". Irna zitierte eine "informierte Quelle", der zufolge der Gefangenenaustausch erst stattfinden werde, "wenn das freigelassene Geld auf die vom Iran gewünschten Konten eingezahlt wird".
Eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats der US-Regierung begrüßte die Überstellung der US-Bürger in den Hausarrest als "ermutigenden Schritt". Die USA würden jedoch "nicht ruhen, bis sie alle zu Hause in den Vereinigten Staaten sind", betonte sie.
Die bisher inhaftierten US-Bürger - darunter Siamak Namazi, Emad Shargi und Morad Tahbaz - haben iranische Wurzeln und besitzen neben der iranischen auch die US-Staatsbürgerschaft. Der Iran erkennt jedoch keine doppelten Staatsbürgerschaften an.
Der Geschäftsmann Namazi war im Oktober 2015 wegen angeblicher Umsturzpläne und des Vorwurfs der Spionage festgenommen worden. Der nun ebenfalls in Hausarrest überstellte Tahbaz war zusammen mit anderen Umweltschützern im Januar 2018 verhaftet und wegen "Verschwörung mit Amerika" zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Shargi wurde ebenfalls zu zehn Jahren Gefängnis wegen Spionage verurteilt.
Siamak Namazis Bruder Babak Namazi nannte die Überstellung in den Hausarrest eine "positiven Veränderung". Dennoch werde die Familie "nicht ruhen, bis Siamak und die anderen wieder zu Hause sind", erklärte er. Einer anonymen Quelle zufolge könnten die Gefangenen schon im September den Iran verlassen.
Teheran und Washington hatten ihre diplomatischen Beziehungen 1980 nach der Islamischen Revolution im Iran abgebrochen. Die Spannungen verschärften sich weiter, nachdem der ehemalige US-Präsident Donald Trump 2018 aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen war.
Die Vereinigten Staaten haben wiederholt mit verfeindeten Staaten über die Freilassung amerikanischer Gefangener verhandelt. Die Regierung von Joe Biden vermittelte etwa Gefangenenaustausche mit Russland, obwohl die meisten hochrangigen Kontakte seit dem Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine eingefroren sind.
H.Thompson--AT