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Wettlauf gegen die Zeit bei Suche nach nahe "Titanic"-Wrack vermisstem U-Boot
Die Küstenwachen Kanadas und der USA haben am Dienstag weiter fieberhaft nach einem auf dem Weg zum Wrack der "Titanic" verschwundenen Mini-U-Boot gesucht. Zu den fünf Insassen an Bord des seit Sonntag vermissten U-Boots zählen ein britischer Unternehmer und Abenteurer, ein französischer "Titanic"-Experte sowie ein prominenter pakistanischer Geschäftsmann und dessen Sohn. Die Zeit wird knapp, da das Tauchboot nur über begrenzte Sauerstoffvorräte verfügt.
Das von dem Unternehmen OceanGate Expeditions betriebene Mini-U-Boot "Titan" hatte den Tauchgang am frühen Sonntagmorgen begonnen. Knapp zwei Stunden später brach der Kontakt zum Begleitschiff ab. Das 6,5 Meter lange Tauchboot hat nur Sauerstoff für rund vier Tage.
Die Küstenwachen der USA und Kanadas suchten zunächst erfolglos die Meeresoberfläche nach dem vermissten Tauchboot ab, am Dienstag begannen sie mit der Unterwassersuche. Das französische Meeresforschungsinstitut Ifremer kündigte die Entsendung des Schiffs "Atalante" an, das mit einem Unterwasserroboter für große Tiefen ausgerüstet ist. Nach Angaben der französischen Regierung sollte es voraussichtlich bereits am Dienstagabend (MESZ) in dem abgelegenen Gebiet im Nordatlantik eintreffen.
"Eine Suche in diesem entlegenen Gebiet ist eine Herausforderung, aber wir schicken alles Verfügbare um sicherzustellen, dass wir das U-Boot orten und die Menschen an Bord retten können", sagte Küstenwachen-Einsatzkoordinator John Mauger.
An Bord der "Titan" befinden sich drei zahlende Passagiere. Zu ihnen zählen der wohlhabende britische Unternehmer, Pilot und Weltraumtourist Hamish Harding sowie der prominente pakistanische Geschäftsmann Shahzada Dawood und sein Sohn Suleman, die einer der reichsten Familie des Landes angehören. Ein Platz als Passagier in dem Tauchboot kostet laut Website 250.000 Dollar (rund 229.000 Euro).
Mit an Bord war zudem der erfahrene französische Tiefseetaucher und "Titanic"-Experte Paul-Henri Nargeolet, wie seine Familie bestätigte. Der 77-Jährige ist seit 2007 Leiter eines Forschungsprogramms der Firma RMS Titanic/Phoenix International, der das Wrack gehört. Unbestätigten Berichten zufolge ist auch Stockton Rush, der Geschäftsführer von OceanGate Expeditions, Teil des Teams.
Kurz vor Beginn des Tauchgangs hatte Harding auf Instagram berichtet, wie stolz er darauf sei, an der Mission zum Wrack der "Titanic" teilzunehmen. "Wegen des schlimmsten Winters in Neufundland seit 40 Jahren wird das vermutlich die erste und einzige bemannte Mission zur 'Titanic' im Jahr 2023 sein".
Die "Titanic" war im April 1912 auf ihrer Jungfernfahrt von England nach New York gesunken, nachdem sie einen Eisberg gerammt hatte. Fast 1500 der 2224 Menschen an Bord kamen ums Leben.
Das in zwei Teile zerbrochene Wrack der "Titanic" wurde erst 1985 etwa 650 Kilometer vor der kanadischen Küste gefunden. Es liegt in internationalen Gewässern in etwa 4000 Metern Tiefe am Grund des Atlantiks. Das damals größte Kreuzfahrtschiff übt bis heute eine große Faszination aus. Regelmäßig besuchen Forscher, aber auch Touristen, das Wrack.
A.Taylor--AT