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Krönung von Charles III. bezieht erstmals andere Religionen ein
Andere Religionen und Sprachen sollen bei der Krönung von Charles III. erstmals eine besondere Rolle spielen - und so die Vielfalt des Königreichs widergespiegelt werden. Das gab das Büro des Erzbischofs von Canterbury, Justin Welby, bekannt, der die Zeremonie am 6. Mai in der Westminster Abbey leiten wird. Vertreter des muslimischen, jüdischen, hinduistischen und buddhistischen Glaubens sowie der Sikh sollen das Programm aktiv mitgestalten. Zudem werden Texte auf Walisisch und Gälisch zu hören sein.
Der Erzbischof von Canterbury ist das religiöse Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Charles III. das weltliche Oberhaupt. Die Krönungszeremonie folgt den Angaben zufolge überwiegend der christlichen Liturgie, wenn Charles auf Englisch seinen Eid leisten wird - als "Verteidiger des (protestantischen) Glaubens" und Beschützer der anglikanischen Kirche. Am Ende der Zeremonie werden dann die Vertreter der anderen Religionen gemeinsam ein Grußwort sprechen und an Charles gerichtet erklären, dass sie als "Nachbarn im Glauben den Wert des Dienstes an der Allgemeinheit anerkennen".
Als erster hinduistischer Premierminister Großbritanniens wird Rishi Sunak einen Auszug aus der Bibel lesen. Mitglieder des britischen Oberhauses, die religiösen Minderheiten angehören, werden dem König nicht-christliche Insignien, darunter goldene Armbänder und die königliche Robe überreichen. Auch der schottische Regierungsschef Humza Yousaf wird anwesend sein. Er ist in Westeuropa der erste muslimische Politiker in diesem Amt.
Eine weitere Premiere bei der Krönung wird ein von Charles laut gesprochenes Gebet darstellen, in dem er Gott darum bittet "ein Geschenk für alle (...) Kinder jeden Glaubens und jeder Weltanschauung" zu sein. Christliche Führer, unter anderem der katholischen, griechisch-orthodoxen und schottischen Freikirche, werden dem neuen König ihre Wünsche überbringen.
Das künftige Oberhaupt der britischen Monarchie ist ein bekennender Christ und betet jeden Abend, wie in den Memoiren seines Enkels Harry zu lesen ist. Allerdings zeigte Charles auch immer wieder Interesse an anderen Religionen. Vor der Beerdigung seiner Mutter, Queen Elizabeth II., empfing er Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen im Buckingham Palast. Er sehe Großbritannien als "Gemeinschaft von Gemeinschaften" an, sagte der künftige König damals. Deshalb habe der Souverän die Pflicht, "die Vielfalt des Landes zu verteidigen, in dem er auch die Räume für den Glauben verteidigt".
Auch die verschiedenen im Vereinigten Königreich gesprochenen Sprachen sollen nach Angaben des Erzbischofs bei der Krönung einen Platz haben. Verlesen werden sollen sowohl Texte auf Walisisch sowie dem schottischen und irischen Gälisch. Charles führte früher den Titel Prinz von Wales - er war der erste mit diesem Titel, der auch die walisische Sprache lernte, die heute von rund 540.000 Menschen gesprochen wird.
Laut dem Zensus von 2021 leben in England und Wales rund 27,5 Millionen Christen, das sind gut 46 Prozent der Bevölkerung in diesen beiden Teilen des Königreichs. Die Zahl der Muslime liegt bei 3,9 Millionen, Hindus gibt es eine Million, 524.000 gehören der Sikh-Religion an. Die Zahl der Buddhisten liegt der Statistik zufolge bei 273.000, die der jüdischen Gläubigen bei 271.000. Gut 37 Prozent der Befragten bezeichneten sich als "nicht religiös".
A.Moore--AT