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Sonnenfinsternis taucht Teile Europas in Dunkelheit
Am frühen Abend war es soweit: Kurz vor 19.00 Uhr hat sich am Mittwoch nach Angaben der russischen Weltraumagentur Roskosmos im Norden Russlands der Mond vor die Sonne geschoben. Das seltene Himmelsspektakel sollte sich dann über die nördliche Hemisphäre bis nach Grönland erstrecken und später über den Atlantik weiterwandern. In Deutschland war das kosmische Spektakel zunächst im Norden zu beobachten, im Süden des Landes einige Minuten später.
Anders als in Spanien, wo in einem breiten Streifen im Norden des Landes eine totale Sonnenfinsternis erwartet wurde, wird die Sonne in Deutschland nur teilweise verdeckt. Dennoch versammelten sich allein am Berliner Zeiss-Planetarium im Stadtteil Prenzlauer Berg laut Polizei mehr als 3000 Menschen, so dass die Sicherheitskräfte im Onlinedienst X darum baten, nicht mehr zu dem Planetarium zu kommen.
Sonnenfinsternis-Brillen seien auch nicht mehr verfügbar, schrieb die Polizei weiter. Schon im Vorfeld des Spektakels waren die Schutzbrillen, ohne die Medizinern zufolge schwere Augenschäden beim Schauen in die Sonne drohen, nur noch schwer zu bekommen gewesen.
Auch auf dem Tempelhofer Feld in Berlin versammelten sich tausende Menschen. Um kurz nach 20.00 Uhr begann sie immer wieder zu klatschen und zu jubeln, als von der Sonne nur noch eine schmale Sichel zu sehen war. "Das ist verrückt. Ich habe so was noch nie gesehen", sagte ein junger US-Tourist einem AFP-Journalisten.
In Spanien löste die totale Sonnenfinsternis vielerorts einen Besucheransturm aus. Viele Menschen harrten ungeachtet der hohen Temperaturen schon seit dem Nachmittag im Freien aus. Die spanische Wissenschaftsministerin Diana Morant hatte im Vorfeld gesagt, das Himmelsschauspiel sei wie "ein Weihnachtstag, der nur alle hundert Jahre kommt".
Auf dem europäischen Festland hatte es seit zwanzig Jahren keine totale Sonnenfinsternis mehr gegeben, in der isländischen Hauptstadt Reykjavik sogar seit dem Jahr 1433 nicht mehr. Eine partielle Sonnenfinsternis sollte es auch in Kanada, im Norden der USA und im Nordwesten Afrikas geben.
Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond direkt zwischen Sonne und Erde und wirft einen schmalen Schattenstreifen auf unseren Planeten. Bei einer totalen Verdunkelung der Sonne entsteht eine seltsame Dämmerung, in der die Temperaturen sinken, Schatten in ungewöhnlichen Winkeln fallen und manche Tiere einschlafen.
Wer die Sonnenfinsternis verpasst, hat schon in einem Jahr eine neue Chance. Im August 2027 wird im Süden Spaniens und in Nordafrika eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein. Das sind gute Nachrichten für Spanien, das sich laut Wirtschaftsministerium schon von der diesjährigen Sonnenfinsternis mehr als 446.000 zusätzliche Touristen und Mehreinnahmen in Höhe von 347 Millionen Euro verspricht.
M.King--AT