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Studie: Jugendliche warten länger mit erstem Sex
Jugendliche werden einer Studie zufolge immer später sexuell aktiv. Im Jahr 2025 hatten die meisten Befragten ihr erstes Mal mit 19 Jahren, wie die aktuelle Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) in Köln laut Mitteilung vom Donnerstag ergab. 2019 hatte das Durchschnittsalter noch bei 17 Jahren gelegen. Auch beim ersten Kuss warten Jugendliche länger.
Die Studie mit mehr als 5800 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 25 Jahren zeigt zudem, dass die Mehrheit ihren ersten Sex in einer festen Beziehung erlebt. 65 Prozent der weiblichen und 53 Prozent der männlichen Jugendlichen gaben an, in einer festen Partnerschaft zu sein. Der erste Sex findet dabei für 65 Prozent der Befragten "gerade zum richtigen Zeitpunkt" statt.
Zeitlich verschiebt sich der erste Sex weiter nach hinten: 18 Prozent der 14- bis 17-Jährigen erlebten demnach 2025 ihren ersten Sex, 2019 waren es noch 28 Prozent gewesen. Besonders deutlich ist der Rückgang bei 17- bis 20-Jährigen. 2025 hatten 40 Prozent der 17-Jährigen Sex, 2019 waren es noch 61 Prozent gewesen.
Zum Stichwort Verhütung gaben nur sechs Prozent an, beim ersten Mal nicht verhütet zu haben. Beim ersten Sex greifen demnach 76 Prozent überwiegend zum Kondom, die Pille wird von 34 Prozent genutzt. Mit zunehmender Erfahrung steigt die Nutzung der Pille auf rund 50 Prozent. Die Spirale verwenden sechs Prozent.
In knapp neun von zehn Beziehungen sprechen junge Menschen zudem selbstverständlich über Verhütung. Ein Großteil (67 Prozent) thematisiert auch den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Wie die Studie weiter zeigt, küssen sich Jugendliche auch später: 2019 gaben noch 53 Prozent der 14-Jährigen an, Erfahrungen mit Küssen gemacht zu haben. 2025 sank dieser Anteil deutlich auf 33 Prozent.
Als Gründe für fehlende sexuelle Erfahrungen nannten die Befragten vor allem fehlende passende Partner (51 Prozent), Schüchternheit (37 Prozent) oder zu junges Alter (41 Prozent).
Die wichtigste Quelle der Sexualaufklärung bleibt den Angaben zufolge der Schulunterricht. 78 Prozent der Jugendlichen geben an, in der Schule Wissen über Sexualität und Verhütung erhalten zu haben. Als Ansprechpartner gewinnen Lehrkräfte (45 Prozent) sowie Eltern (64 Prozent) im Vergleich zu 2019 an Bedeutung.
Das Internet verliert leicht an Einfluss (53 Prozent), wobei Suchmaschinen am häufigsten genutzt werden. Unter den sozialen Medien nennen 40 Prozent Youtube, 24 Prozent Tiktok und 23 Prozent Instagram als Quelle. Aufklärungs- und Beratungsseiten spielen für Mädchen (39 Prozent) eine größere Rolle als für Jungen (25 Prozent).
Die Ergebnisse basieren auf der zehnten Befragungswelle der repräsentativen Jugendsexualitätsstudie des BIÖG. Die Befragungen fanden zwischen Februar und Juli 2025 statt.
R.Chavez--AT