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Chinas Erfolge in der Chipindustrie: Kursverluste bei Halbleiterfirmen weltweit
Chinas jüngste Erfolge in der Chipindustrie und die Zweifel an den immensen Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) haben die Kurse von Halbleiter- und KI-Unternehmen weltweit einbrechen lassen. In Südkorea und in Japan waren die Verluste am Dienstag besonders hoch. Das US-Portal "The Information" hatte über einen Technologiesprung bei Maschinen für die Chipproduktion in China berichtet.
Dem Bericht zufolge steht das chinesische Unternehmen Shanghai Yuliangsheng vor der Produktion von Maschinen für Halbleiter, die die DUV-Technologie verwenden. DUV steht für "Deep Ultraviolet": Ultraviolette Strahlen drucken Halbleiterbahnen auf Siliziumscheiben. Der Markt für leistungsfähige DUV-Maschinen wird bislang vom niederländischen Konzern ASML beherrscht. Eine erfolgreiche chinesische Produktion könnte die Abhängigkeit des Landes von ausländischer Technik verringern und den Wettbewerb verschärfen.
Am Montag erst war zudem der chinesische Chiphersteller CXMT an die Börse gegangen und zum wertvollsten Unternehmen in Festlandchina aufgestiegen. ChangXin Memory Technologies (CXMT) ist mit einem Marktanteil von rund acht Prozent der weltweit viertgrößte Hersteller von DRAM-Speicherchips, die vor allem in Computern verbaut werden. Im Zuge des KI-Booms haben sich viele Hersteller auf Hochleistungschips konzentriert. Bei einfacheren Halbleitern kommt es deshalb zu Engpässen, die Preise sind deutlich gestiegen. Davon profitieren bislang etwa die südkoreanischen Platzhirsche Samsung Electronics und SK Hynix sowie der US-Konzern Micron.
Hinzu kommt: Schon seit längerem gibt es Zweifel, wie rentabel die riesigen Investitionen in die KI tatsächlich sind. In den kommenden Tagen veröffentlichen zahlreiche US-Technologiekonzerne ihre Quartalszahlen, darunter Microsoft, Meta, Apple und Amazon. Sie "kündigen wahrscheinlich neue Investitionen für KI an, finanziert durch die Ausgabe zusätzlicher Aktien und durch Schulden", erwartet Swissquote-Analystin Ipek Ozkardeskaya. Die Zahlen seien "besorgniserregend", erklärte sie und verwies auf Aktien- und Anleiheemissionen von Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und des US-Softwareriesen Oracle in Höhe von insgesamt mehr als 300 Milliarden Dollar.
All dies ließ die Kurse von Halbleiter- und KI-Unternehmen rutschen: An der Börse in Seoul brach der Index Kospi am Dienstag bis Handelsschluss um 10,84 Prozent ein. Der Kurs von Samsung Electronics fiel um 13,4 Prozent, der von SK Hynix um 14,65 Prozent. In Tokio gab der Nikkei-Index um fast vier Prozent nach.
Der Kurs von ASML an der Börse in Den Haag fiel bis Mittag um mehr als zwei Prozent. Auch in Deutschland zeigten sich die Auswirkungen: Der Kurs von Chiphersteller Infineon sank um fast fünf Prozent.
Der Deutsche Aktienindex fiel zunächst etwas und stieg dann wieder: "Die Märkte schwanken zwischen einer neuen Verkaufswelle bei den Chipherstellern und der seit dem Wochenende zu beobachtenden Beruhigung im Nahen Osten, erklärte Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid.
J.Gomez--AT