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Deutlich mehr Baugenehmigungen - Branche sieht Krise nicht überwunden
Im Wohnungsbau geht es weiter aufwärts: Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Mai deutlich an - um 24,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Es wurden 4200 Wohnungen mehr genehmigt als im Vorjahresmonat. Insgesamt wurden 21.000 Wohnungen genehmigt, 17.800 davon im Neubau. Die Baubranche mahnte allerdings, dass die Krise im Wohnungsbau damit noch nicht überwunden sei.
Für die Zeit von Januar bis Mai verzeichnete das Bundesamt bei den Baugenehmigungen ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt genehmigten die Behörden der Statistik zufolge in den ersten fünf Monaten dieses Jahres den Bau von 104.700 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden.
86.000 Baugenehmigungen entfielen auf Neubauten - die meisten davon in Mehrfamilienhäusern (56.100, plus 18,9 Prozent). Die Behörden genehmigten 19.900 Einfamilienhäuser (plus 12,6 Prozent) und 6200 Wohnungen in Zweifamilienhäusern (plus 21,6 Prozent).
Ein deutliches Plus gab es auch bei den Baugenehmigungen von Wohnungen in Nichtwohngebäuden, womit etwa Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen über Gewerbeflächen gemeint sind. Bei Wohnungen, die durch Umbaumaßnahmen in bereits bestehenden Gebäuden entstehen, gab es ebenfalls einen Zuwachs, der jedoch nicht so stark wie im Neubau ausfiel.
Die Branche verwies darauf, dass sich die steigenden Baugenehmigungen noch nicht auf den Baustellen zeigten. "Die positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen ist gut, aber sie kommt bislang nicht in den Auftragseingängen an", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. "Die Krise im Wohnungsbau ist daher noch lange nicht überwunden." Es brauche "jetzt gut gestaltete staatliche Förderprogramme, aber auch Maßnahmen, die wirksam bei den Baukosten ansetzen", um den Wohnungsmarkt zu stützen.
Auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe verwies auf die Baukosten. Die Genehmigungszahlen seien "ein guter Frühindikator" für die Entwicklung des Wohnungsbaus in den kommenden zwei bis drei Jahren, erklärte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. "Ob aber die Bauherren den Bau umsetzen, machen sie abhängig von den Kosten. Und genau da liegt das Problem." Allein 2025 seien "über 35.000 Baugenehmigungen auch wegen der gestiegenen Finanzierungskosten erloschen, so viele wie seit über 20 Jahren nicht".
Der Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Dirk Salewski, prognostizierte: "Wir werden in diesem Jahr keinen signifikanten Zuwachs bei den Fertigstellungen sehen." Nur mit "bezahlbaren, praktikablen Standards" könne der Wohnungsbau den Wohnungsmarkt entlasten.
Als Chance sieht Salewski den Gebäudetyp E für einfacheres Bauen. Der Gesetzentwurf müsse "jetzt endlich kommen". Bei diesem Gebäudetyp soll auf Baustandards verzichtet werden, die gesetzlich nicht zwingend sind. Auch Pakleppa forderte, die Bundesregierung müsse hier "endlich liefern".
E.Hall--AT