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Stellenabbau in Industrie hält an - Leichtes Umsatzplus im ersten Quartal
Trotz eines leichten Umsatzplus zum Jahresbeginn hält der Stellenabbau in der deutschen Industrie an. Zum Ende des ersten Quartals lag die Zahl der Beschäftigten in der Industrie um 127.300 oder 2,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie das Beratungsunternehmen EY in einer am Montag veröffentlichten Analyse ausführte. Damit gingen seit 2019 rund 341.500 Industriearbeitsplätze verloren - jeder 17. Industriejob.
Davon besonders betroffen war laut EY-Industriebarometer die Automobilindustrie, dort fiel in den vergangenen Jahren sogar jeder siebte Arbeitsplatz weg. Einen prozentual hohen Abbau gab es auch in der Textilindustrie und in der Metallindustrie - gegen den Trend gab es nur in der Chemie- und Pharmaindustrie sowie in der Elektroindustrie einen Zuwachs an Arbeitsplätzen.
Grund ist die seit langem anhaltende schwache Umsatzentwicklung bei den Industriefirmen - auch wenn nach zehn Quartalen in Folge mit einer negativen Umsatzentwicklung die deutsche Industrie im abgelaufenen Quartal erstmals wieder zulegte. Verglichen mit dem Vorjahr stieg der Umsatz in der deutschen Industrie um 1,7 Prozent, wie EY ausführte.
Allerdings liegt das fast ausschließlich an der Metallindustrie, wo der Umsatz um 18 Prozent zulegte. Auch in der Automobilindustrie (2,1 Prozent) und in der Elektroindustrie (1,4 Prozent) steig der Umsatz an. Hohe Einbußen verzeichneten hingegen die Textilindustrie mit einem Umsatzrückgang von 8,2 Prozent, Papier und Pappe mit einem Minus von 5,9 Prozent und Chemie und Pharma mit einem Rückgang von 5,0 Prozent.
"Die kommenden Monate werden zeigen, ob es sich beim Wachstum einiger weniger Branchen nur um ein Strohfeuer handelt oder um eine Trendwende", erklärte EY-Experte Jan Brorhilker. Der Industriestrompreis oder die Senkung der Körperschaftsteuer seien wichtige Schritte, "die aber erst in Zukunft greifen werden". Zusätzliche Belastungen ergäben sich aus geopolitischen Konflikten, wachsendem Protektionismus und Handelsstreitigkeiten. Daher mangele es derzeit an Zuversicht und Vertrauen in den Standort.
A.Taylor--AT