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Streik des Kabinenpersonals: Zahlreiche Lufthansa-Flüge gestrichen
Wegen eines Streiks des Kabinenpersonals bei der Lufthansa sind am Freitag zahlreiche Flüge ausgefallen. An den Flughäfen Frankfurt am Main und München wurden am Morgen Verbindungen etwa nach Dublin, Mailand, Brüssel und Nizza annulliert, wie aus der Webseite der Lufthansa hervorging. Noch bis 22.00 Uhr soll der Streik dauern, zu dem die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) bei der Kernmarke Lufthansa und der Tochter Cityline aufgerufen hatte.
Bestreikt werden UFO zufolge Abflüge der Lufthansa von den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München sowie die Abflüge von Cityline von insgesamt neun Flughäfen in Deutschland. Die Lufthansa hat zusätzliche Flüge von Tochtergesellschaften angekündigt und will größere Flugzeuge einsetzen, um die Folgen des Streiks zu begrenzen. Sie bat Fluggäste, sich vor der Abfahrt zum Flughafen auf der Lufthansa-Website über den Status ihres Fluges zu informieren.
UFO will mit dem Arbeitskampf Druck auf die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag bei der Lufthansa ausüben, sie fordert Arbeitszeitentlastungen für die rund 18.000 Stewards und Stewardessen. Bei Cityline geht es um einen Sozialplan für die rund 800 Flugbegleiter; die Airline soll im kommenden Jahr eingestellt werden.
Der UFO-Vorsitzende Joachim Vázquez Bürger hatte erklärt, die Gewerkschaft habe "die Osterfeiertage bewusst von Arbeitskampfmaßnahmen ausgenommen, um die Auswirkungen für Reisende so gering wie möglich zu halten". "Dass es nun dennoch zu Beeinträchtigungen bei der Rückkehr aus den Ferien kommen kann, ist uns sehr bewusst und wir bedauern das ausdrücklich." Er wies der Lufthansa die Verantwortung zu, "die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen".
Lufthansa-Vorstandsmitglied Michael Niggemann bezeichnete den Streik hingegen als "verantwortungslos". Die Arbeitsniederlegung treffe die "Fluggäste inmitten des Rückreiseverkehrs zum Ende der Osterferien besonders hart", erklärte er. Die UFO habe "schnell eskaliert", anstatt sich auf ernsthafte Verhandlungen zu den Vorschlägen der Lufthansa einzulassen.
M.O.Allen--AT