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Industrie mit leichtem Plus beim Auftragseingang - Autobranche legt zu
Die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe haben im Februar etwas mehr Aufträge erhalten. Der Auftragseingang stieg im Vergleich zum Januar saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Im Januar hatten die Unternehmen noch ein Minus von 11,1 Prozent bei den Aufträgen verzeichnet. Die "positive Entwicklung" im Februar führte das Bundesamt vor allem auf einen Anstieg von 3,8 Prozent in der Automobilindustrie zurück.
Wie die Statistikerinnen und Statistiker weiter ausführten, legte der Auftragseingang ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen um 3,5 Prozent zu. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Dezember bis Februar um 2,0 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor. Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe sank nach vorläufigen Angaben um 0,5 Prozent im Monatsvergleich.
Neben dem Plus in der Automobilindustrie verzeichnete die Textilindustrie den Angaben zufolge einen deutlichen Zuwachs von 45,2 Prozent. Die Unternehmen in der Metallerzeugung und - bearbeitung bekamen 3,7 Prozent mehr Aufträge. Einen starkes Minus von 25,9 Prozent meldeten die Firmen im Sonstigen Fahrzeugbau, der Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge erfasst, wo es in den Vormonaten häufig Anstiege gegeben hatte.
Das Bundeswirtschaftsministerium bezeichnete die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe als "weiterhin volatil". Sie setzten im Februar "ihren seit August 2025 aufwärts gerichteten Trend verhalten fort", erklärte das Ressort von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). "Diese positive Entwicklung dürfte jedoch infolge des Energiepreisschocks im Zusammenhang mit dem eskalierten Konflikt im Nahen Osten temporär gedämpft werden."
Die Nachfrage aus dem Ausland stieg im Februar um 4,7 Prozent, wie die Statistiker weiter mitteilten: Aus der Eurozone trafen 6,7 Prozent mehr Aufträge ein, die Orders von außerhalb der Eurozone stiegen um 3,5 Prozent. Die Inlandsaufträge sanken allerdings um 4,4 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, dass die Entwicklung der inländischen Bestellungen im zweiten Halbjahr 2025 "starken Schwankungen unterworfen" gewesen sei und führte dies auf die "umfangreichen" Großaufträge "im Zusammenhang mit öffentlichen Investitions- und Beschaffungsvorhaben" zurück.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) bewertete die deutsche Industriekonjunktur trotz der leichten Zuwächse bei den Auftragseingängen als "insgesamt schwach". Die Binnennachfrage sei kraftlos, außerdem gebe es strukturelle Standortprobbleme, erklärte DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen. Der Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges sei zudem in den Zahlen noch nicht enthalten. "Auch wenn die verkündete Feuerpause von Bestand sein sollte, müssen sich die Unternehmen auf ein längerfristig höheres Kostenniveau einrichten", teilte Zenzen mit.
Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran hatte Trump am Dienstagabend eine "beidseitige Waffenruhe" für zunächst zwei Wochen verkündet. Der Iran erklärte sich später bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Es besteht Hoffnung, dass ein längerfristiger Waffenstillstand zustande kommt.
W.Stewart--AT