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Löhne für Beschäftigte in der Landwirtschaft sollen um rund zehn Prozent steigen
Die bundesweit rund 500.000 Beschäftigten in der Landwirtschaft sollen künftig höhere Löhne bekommen. Wie der Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am Mittwoch gemeinsam mitteilten, sollen die Tariflöhne in den kommenden gut zweieinhalb Jahren um insgesamt rund zehn Prozent steigen. Die jeweiligen Tarifverträge müssen nun noch zwischen den regionalen Arbeitgeberverbänden und der IG BAU ausgehandelt werden.
Die als Grundlage für die regionalen Verhandlungen erzielte Bundesempfehlung sieht im Detail vor, dass die Tariflöhne zum 1. Mai dieses Jahres sowie zum 1. Januar 2027 und zum 1. Januar 2028 um jeweils 3,3 Prozent steigen. Zusätzlich ist eine Einmalzahlung im Juli dieses Jahres von 300 Euro vorgesehen. Die Laufzeit endet am 30. September 2028.
Abweichend davon sollen ungelernte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der untersten Tarifgruppe in den ersten vier Monaten einer Beschäftigung weiter in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns bezahlt werden, der seit Jahresbeginn bei 13,90 Euro je Stunde liegt. Ab dem fünften Monat soll das Entgelt dann um zehn Cent steigen.
GLFA-Präsident Hans-Benno Wichert hob am Mittwoch hervor, dass der jüngste Anstieg des Mindestlohns "erheblichen Druck auf unser gesamtes Tarifsystem" ausübe und "insbesondere Betriebe mit arbeitsintensivem Anbau von Obst, Gemüsen und Wein vor enorme, teils existenzielle Herausforderungen" stelle. Trotz dieser schwierigen Ausgangslage habe die Arbeitgeberseite "einer deutlichen Lohnanpassung zugestimmt, weil wir die Leistung und das Engagement unserer Beschäftigten anerkennen und ihre steigenden Lebenshaltungskosten ernst nehmen", erklärte Wichert. Den Arbeitgebern gebe der gefundene Kompromiss nun "Planungssicherheit bis Herbst 2028".
IG-BAU-Verhandlungsführer Christian Beck erklärte, dass sich die Arbeitnehmerseite "natürlich" noch mehr gewünscht habe, das erreichte Ergebnis aber ein "guter Kompromiss" sei. "Die derzeitige Weltlage ist äußerst instabil, die Energiepreise steigen aufgrund des neuen Nahostkriegs rasant an, die Inflation wird folgen", erklärte er. "Da müssen die Beschäftigten mehr im Portemonnaie haben."
Zudem müsse die Branche "unbedingt" attraktiv für Arbeitskräfte und Facharbeiterinnen und Facharbeiter bleiben, führte Beck aus. "Schließlich muss es sich für junge Leute, die eine gute Ausbildung in der Landwirtschaft absolviert haben, lohnen, in der Branche weiterzuarbeiten."
T.Sanchez--AT