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Politik der USA und Chinas verschiebt die Handelsströme - Deutsche Industrie leidet
Die aggressive Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump und auch von Chinas Regierung haben die Handelsströme im vergangenen Jahr verschoben. Deutsche Unternehmen exportierten weniger in die USA, gleichzeitig importierte Deutschland deutlich mehr Waren aus China, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Die deutsche Industrie leide zunehmend unter den geoökonomischen Verschiebungen, erklärte Konjunkturexperte Sebastian Dullien von der Hans-Böckler-Stiftung.
Deutsche Unternehmen exportierten Waren im Wert von 146,2 Milliarden Euro in die USA - ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Ausfuhr von Autos und Autoteilen ging sogar um 17,8 Prozent zurück. Die Vereinigten Staaten blieben aber trotzdem das wichtigste Empfängerland für deutsche Exporte.
Grund für den Rückgang sind die hohen US-Zölle auf Waren aus der EU. Dieser Rückgang "dürfte nicht der letzte gewesen sein", erwartet Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung. Spätestens mit Trumps Drohungen in Zusammenhang mit dem Grönland-Streit hätten sich Hoffnungen auf eine Stabilisierung im transatlantischen Handel zerschlagen.
Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft China drängt - teils mit staatlich geförderten Produzenten - gleichzeitig in vielen Branchen deutsche Unternehmen aus dem Markt, wie Dullien weiter erklärte. Die Importe aus der Volksrepublik nach Deutschland - vor allem Datenverarbeitungsgeräte, elektrische Erzeugnisse und Ausrüstungen sowie Maschinen - legten 2025 laut Statistik um 8,8 Prozent zu; ihr Wert summierte sich auf 170,6 Milliarden Euro. Die Exporte Deutschlands nach China gingen dagegen um 9,7 Prozent zurück - auf einen Wert von 81,3 Milliarden Euro.
Beide Entwicklungen führten dazu, dass China im vergangenen Jahr wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands war und die USA wieder auf Platz zwei verwies. Die Volksrepublik war von 2016 bis 2023 schon lange Deutschlands wichtigster Handelspartner gewesen.
"Für Deutschland bedeutet der Wegfall zwei der wichtigsten Handelspartner als Wachstumsmärkte, dass es umso wichtiger ist, die Nachfrage zu Hause und bei den EU-Partnern anzukurbeln und zu stabilisieren", erklärte Dullien. 2025 waren Frankreich und die Niederlande nach den USA laut Statistik die wichtigsten Empfängerländer deutscher Exporte. Die Ausfuhren nach Frankreich legten um zwei Prozent zu, die in die Niederlande um fast drei Prozent.
J.Gomez--AT