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"Jahrzehnt der Sanierungen": Bahnnetz-Chef erwartet schrittweise Verbesserung
Der schlechte Zustand des deutschen Schienennetzes wird sich nach Einschätzung des Chefs der Infrastruktursparte DB Infrago, Philipp Nagl, in den kommenden Jahren verbessern - allerdings nur schrittweise. "Wir müssen mit einem Jahrzehnt der Sanierungen rechnen", sagte Nagl den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwochsausgaben). Mit Blick auf die rund 40 weiteren Generalsanierungen besonders belasteter Strecken gelte jedoch auch: "Mit jedem fertigen Projekt wird es besser."
Der Prozess werde sich immer mehr beschleunigen, führte Nagl aus. "Heute müssen wir bei einer Sanierung der einen Trasse auf eine noch nicht so gut sanierte andere Strecke umleiten", sagte er den RND-Zeitungen. "Wenn die eine Strecke jedoch fertig ist, können wir darauf umleiten."
An dem vielfach kritisierten Sanierungskonzept, das auf den seit Jahrzehnten unterfinanzierten Schienen Totalsperrungen vorsieht, hält der Bahnmanager fest. "Die komprimierte Sanierung von ganzen Korridoren ist das beste Instrument, um den riesigen Baubedarf auf den stark belasteten Strecken abzuwickeln", sagte er.
Dass dabei auf den Einbau digitaler Elemente erstmal verzichtet werde, liege daran, dass zunächst alte Stellwerke ausgetauscht werden müssten. Die Hälfte der über 4000 Stellwerke sei nicht digitalisierungsfähig. "Sie stammen aus der Vor-Computerzeit und arbeiten noch mit Seilzügen oder elektromechanischen Walzen."
Zusätzlich zu den Korridorsanierungen plant die DB Infrago in diesem Jahr 28.000 kleinere Baustellen, weitere werden kurzfristig dazukommen. Regio- und Güterverkehr leiden ebenso wie Fahrgäste darunter, darüber oft zu spät informiert zu werden. "In der Kommunikation müssen und wollen wir besser werden", räumte Nagl ein. Dazu habe man sich neu aufgestellt. Die Baustellen seien jedoch unverzichtbar: "Das ist der einzige Weg, um aus dem Abwärtstrend herauszukommen."
F.Ramirez--AT