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Branche warnt: 2030-Ziel bei Offshore-Windenergie wird verfehlt
Deutschland hinkt beim Ausbau der Windenergie auf See hinterher: Das Ziel, bis 2030 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 30 Gigawatt (GW) zu installieren, ist mittlerweile nicht mehr erreichbar, wie die Branchenverbände der deutschen Offshore-Windindustrie am Dienstag mitteilten. Aktuellen Prognosen zufolge dürften bis dahin gerade einmal rund 20 GW Offshore-Windenergieleistung am Netz sein. Die Ergebnisse des Nordsee-Gipfels in Hamburg vom Montag stimmen die Branche jedoch hoffnungsvoll.
Den Angaben zufolge gingen im vergangenen Jahr 41 neue Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 518 Megawatt ans Netz. In Summe waren in Deutschland damit zum Ende des vergangenen Jahres 1680 Anlagen mit einer Leistung von 9,74 GW installiert. Das Ziel von 30 GW könne ab 2032 erreicht werden, erklärten die Branchenverbände.
Der Zubau 2025 sei insbesondere wegen "einer gescheiterten Ausschreibungsrunde im August" verhalten gewesen. Bereits im Juni hatte es bei der Ausschreibung für den Bau neuer Windparks vor Deutschlands Küsten deutlich weniger Gebote gegeben, im August blieben sie dann gänzlich aus. Ausgeschrieben waren damals Flächen mit einem Volumen von insgesamt 2,5 GW. Im Juni 2026 sollen diese Flächen nun erneut ausgeschrieben werden.
"Wenn Ausschreibungen scheitern und fertiggestellte Windparks nicht wie geplant ans Netz gehen, ist das mehr als ein Warnsignal", erklärte Hans Sohn vom Bundesverband Windenergie Offshore (BWO). Die Branche fordert demnach unter anderem eine Reform der Ausschreibungsregeln. Diese seien zu sehr auf "Erlösmaximierung für den Staat" ausgerichtet. "Es braucht jetzt einen echten Neustart", forderte Sohn.
Ein positives Signal sieht der BWO im Nordsee-Gipfel, den die Bundesregierung am Sonntag und Montag in Hamburg ausgerichtet hatte. Dort seien "die aktuellen Herausforderungen klar benannt" worden. Nun müsse die Politik handeln.
N.Mitchell--AT