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Greenpeace prangert Privatjet-Flüge nach Davos an - und fordert Verbot
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace prangert eine steigende Zahl von klimaschädlichen Flügen mit Privatjets anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos in der Schweiz an. Inzwischen komme im Schnitt ein Privatjet-Flug auf lediglich vier Teilnehmende, kritisierte Greenpeace am Donnerstag. Nötig sei deshalb ein Verbot.
"Das Weltwirtschaftsforum will Antworten auf globale Probleme finden, aber die Reichen und Mächtigen befeuern mit ihren Luxusemissionen die Klimakrise und damit die größte Bedrohung unserer Zukunft", erklärte Greenpeace-Sprecherin Lena Donat. "Wir können uns Privatflüge nicht mehr leisten - sie gehören verboten."
Der Umweltschutzorganisation zufolge verursachen Privatjets pro Passagier etwa zehnmal so viel Treibhausgase wie ein Linienflug und etwa 50-mal so viel wie eine Zugfahrt. Eine Auswertung der Berliner Denkfabrik T3 im Auftrag der Umweltschutzorganisation ergab demnach, dass die Zahl der Privatjet-Flüge rund um das jährliche Weltwirtschaftsforum zuletzt stieg: 2025 seien es mit 709 mehr als zehn Prozent mehr als im Jahr 2024 gewesen (628).
Für die Auswertung wurden die Privatjet-Bewegungen an den sieben Flughäfen um Davos (Zürich, Genf, Altenrhein, Dübendorf, Samedan, Basel-Mulhouse und Friedrichshafen) in der Woche des Weltwirtschaftsforums mit den durchschnittlichen Bewegungen im ersten Halbjahr verglichen. Laut Greenpeace starteten die meisten Privatflüge zum Weltwirtschaftsforum in den Jahren 2023 bis 2025 in Frankreich (19,8 Prozent), Deutschland liege mit 12,3 Prozent "trotz guter Zugverbindungen in die Schweiz" knapp hinter Großbritannien (12,8 Prozent) auf Rang drei.
"Vielen Superreichen scheint es vollkommen gleichgültig zu sein, dass ihr Lebensstil eine Schneise der ökologischen Zerstörung schlägt", kritisierte Donat. "Extremer Reichtum verursacht extreme Emissionen", fügte die Greenpeace-Sprecherin hinzu. "Um die Klimakosten zu decken, müssen Superreiche stärker besteuert werden", forderte sie.
Das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos findet vom 19. bis 23. Januar statt. Erwartet werden knapp 3000 hochrangige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft.
L.Adams--AT