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Pommes-Weltmeister Belgien erwartet Rekord-Kartoffelernte
Der weltgrößte Pommes-Exporteur Belgien erwartet in diesem Jahr eine Rekord-Kartoffelernte. Die belgischen Bauern dürften nach Einschätzung des Kartoffelverbands Belpotato rund fünf Millionen Tonnen ernten und damit mehr als je zuvor. Für die Bauern ist das nicht unbedingt ein Grund zur Freude. Sie leiden unter US-Zöllen und der wachsenden Konkurrenz aus Asien.
Belgische Betriebe haben in den vergangenen Jahren stetig mehr Kartoffeln aus der Erde geholt. In diesem Jahr kommt auf jeden Belgier und jede Belgierin voraussichtlich knapp eine halbe Tonne Kartoffeln. Das ist ein Vielfaches der Menge, die Verbraucherinnen und Verbraucher selbst essen können.
Die meisten Kartoffeln werden zum Nationalgericht der Belgier weiterverarbeitet: Einige landen in den Frittenbuden an jeder Ecke des Landes, der Großteil als Tiefkühlpommes in Supermärkten weltweit - auch Deutschland importiert aus Belgien. Im vergangenen Jahr exportierte Belgien Kartoffelprodukte im Wert von mehr als drei Milliarden Euro.
Die Exporte nahmen in den vergangenen Jahren zu, angetrieben unter anderem von einer steigenden Nachfrage in Asien und dem Nahen Osten. "Wenn die Bevölkerung und die Mittelschicht wachsen, steigt auch die Nachfrage nach Pommes Frites", sagt der Vorsitzende des Handelsverbands Belgapom, Christophe Vermeulen. "Und jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt etwas in Richtung Fast Food eröffnet, brauchen sie Fritten."
Für belgische Kartoffelbauern lief das Geschäft gut, sie kauften zusätzliche Ackerflächen oder pachteten sie von ihren Nachbarn. Inzwischen importiert die belgische Frittenindustrie auch Kartoffeln aus den Nachbarländern Frankreich und Deutschland.
In diesem Jahr scheint das Geschäftsmodell zu bröckeln: US-Zölle, ein starker Euro und Wettbewerber aus Indien, China und Ägypten machen den belgischen Exporteuren zu schaffen. Der Kartoffelpreis brach von einem Höchststand bei 600 Euro auf 15 Euro pro Tonne ein.
"Es wird ein schwieriges Jahr", sagt der Kartoffelbauer Baudouin Dewulf auf seinem Feld in Geer im Zentrum des Landes. Er spricht von einem "gesättigten Markt". Für die nächsten Monate ist das Einkommen der meisten Bauern durch einen Jahresvertrag mit den Frittenherstellern gesichert - danach müssen sie sich auf schwierige Verhandlungen einstellen.
H.Gonzales--AT