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Kaffeeanbau in Brasilien verursacht weniger Regen - und schadet sich so selbst
Der weit verbreitete Kaffeeanbau an der Ostküste Brasiliens vernichtet einer Studie der US-Organisation Coffeewatch zufolge große Teile des dortigen Atlantischen Regenwaldes, verursacht damit weniger Regen - und schadet sich so letztlich selbst. Kaffee habe im weltweit wichtigsten Anbauland zu "massiver Entwaldung" geführt, beklagte Coffeewatch-Chefin Etelle Higonnet am Mittwoch. Dringend nötig sei deshalb ein "Kurswechsel".
Die Vernichtung von Wäldern sei nicht nur eine "Katastrophe" mit Blick auf die Artenvielfalt und den CO2-Haushalt, sondern führe auch zu ausbleibenden Regenfällen und Ernteeinbußen, erläuterte Higonnet. Dort, wo der Kaffeeanbau auf Kosten der Wälder ausgeweitet wird, bleiben demnach verstärkt Regenfälle aus, was letztlich auch die Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher belastet.
So schlugen sich Ernteausfälle als Folge von Dürren oder Bränden und den daraus resultierenden Ernteverlusten zuletzt bereits in deutlichen Preissteigerungen nieder. "Die Zukunft des brasilianischen Kaffees steht auf dem Spiel", warnte Higonnet.
Konkret befürchtet die Organisation, dass bis zum Jahr 2050 bis zu zwei Drittel der für den Anbau von Arabica-Kaffee geeigneten Flächen in Brasilien verloren gehen könnten. Bereits jetzt zeigen sich laut der Studie, für die unter anderem Satellitenaufnahmen und Daten zu Bodenfeuchte und Niederschlägen ausgewertet wurden, wie die Vernichtung von Regenwald den Wasserkreislauf vor Ort stört.
Beeinträchtigt werden demnach unter anderem atmosphärische Luftströme, die auch als "fliegende Flüsse" bekannt sind und Feuchtigkeit quer durchs Land transportieren, dabei aber auf gesunde und zusammenhängende Wälder angewiesen sind. Satellitendaten weisen der Studie zufolge seit 2014 anhaltende Niederschlagsanomalien in Brasiliens Kaffeegürtel nach, vor allem in den kritischen Monate der Blüte und der Entwicklung der Kaffeebohnen.
Doch auch Lösungen für das Problem gibt es demnach bereits: In sogenannten Agroforstzonen, in denen Kaffeepflanzen unter dem Schutz größerer Bäume wachsen, gibt es der laut der Studie eine deutlich größere Stabilität mit Blick auf die Feuchtigkeit, sogar bei Dürrephasen. Bislang machen diese Gebiete laut Coffeewatch aber in Brasilien nur weniger als ein Prozent der Anbaufläche aus.
N.Walker--AT