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Umfrage: Verunsicherung wegen politischer und wirtschaftlicher Zukunft des Landes
Zahlreiche Deutsche blicken einer Umfrage zufolge skeptisch auf die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation. Drei Viertel der Befragten bewerten die wirtschaftliche Lage in Deutschland als weniger gut oder schlecht, wie aus einer am Mittwoch in Hamburg veröffentlichten Erhebung der Körber-Stiftung hervorgeht. 62 Prozent glauben, dass Deutschland für anstehende Transformationsaufgaben nicht gewappnet ist.
Nur jeder zweite Befragte findet, dass es in Deutschland gerecht zugeht. Das Vertrauen in die Demokratie sank auf 45 Prozent. Auch gegenüber den Medien bleibt das Misstrauen groß. Drei von vier Befragten schenken ihnen weniger großes bis geringes Vertrauen. Deutlich besser schneidet die Wissenschaft ab. Ihr sprechen 71 Prozent ihr großes oder sehr großes Vertrauen aus.
Einerseits wünschen sich 94 Prozent starke Kontrollmechanismen durch Parlamente und Gerichte. Andererseits glauben nur 56 Prozent, dass diese Kontrolle derzeit effektiv umgesetzt wird - 19 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
80 Prozent der Befragten sehen Populismus als Gefahr für die Demokratie. Bei Befragten mit AfD-Parteipräferenz sind es verglichen damit nur 39 Prozent. 85 Prozent aller Befragten befürworten ein hartes Vorgehen gegen Fakenews. Ein Verbot populistischer Parteien fordern 54 Prozent.
85 Prozent sind der Meinung, dass Hass und Polarisierung in der Gesellschaft durch soziale Medien gefördert werden. Zwei von drei Befragten fordern eine Lockerung des Datenschutzes, um strafrechtlich effektiver vorgehen zu können. "Die Demokratie bleibt unter Druck", erklärte Sven Tetzlaff von der Körber-Stiftung. Viele Menschen seien verunsichert und verlören ihr Vertrauen in Demokratie und Wirtschaft.
Trotz des skeptischen Blicks auf die Zukunft des Landes sind die Befragten hinsichtlich ihrer eigenen Zukunft deutlich optimistischer. 52 Prozent blicken positiv in die Zukunft - der höchste Wert seit 2020. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um sechs Prozentpunkte. Für die Umfrage wurden zwischen dem 1. und dem 10. Juli 1108 Menschen befragt.
J.Gomez--AT