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Mitgründer von Digitalbank N26 räumt Vorstandsposten
Der Mitgründer der Digitalbank N26, Valentin Stalf, gibt seinen Posten im Vorstand auf. Er werde sich "zeitnah aus der operativen Verantwortung" zurückziehen und nach einer Übergangszeit in den Aufsichtsrat wechseln, teilte N26 am Dienstag mit. Medienberichten zufolge war ein Zwischenprüfungsbericht der Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin "verheerend" ausgefallen; sie habe Mängel im Risikomanagement festgestellt. Investoren hätten Druck gemacht, die Führungsspitze der Bank zu verändern.
N26 mit Sitz in Berlin ist auf das Banking per Smartphone-App spezialisiert. Das Unternehmen war 2013 gegründet worden und startete 2015 zunächst in Deutschland und in Österreich. Mittlerweile hat die Bank nach eigenen Angaben "Millionen" von Kunden in 24 Ländern in Europa.
Immer wieder stellte die Bafin Mängel bei N26 fest, etwa wegen mangelnder Bekämpfung von Geldwäsche. Deshalb musste die Bank eine Geldbuße von über vier Millionen Euro zahlen. 2021 schickte die Bafin einen Sonderbeauftragten zur Bank und begrenzte die Zahl der Neukunden. Der Beauftragte blieb bis Ende 2024.
Gründer Stalf räumte am Dienstag gegenüber dem "Handelsblatt" ein, dass "das ganze Unternehmen" anfangs Compliance (gute Unternehmensführung) und regulatorische Prozesse unterschätzt habe. Die Bank habe aber in den vergangenen Jahren viel in "Prozesse und eine bessere Betrugsprävention investiert". Die andauernde Kritik der Bafin "hat uns in den vergangenen Monaten noch mal verstärkt zum Nachdenken gebracht", sagte Stalf der Zeitung. Die Bank nehme alle Hinweise der Aufsichtsbehörden "sehr ernst".
Er gehe davon aus, dass der Vorstand in absehbarer Zeit weiter gestärkt werde, sagte Stalf dem "Handelsblatt" weiter. "Darüber hinaus gibt es Überlegungen, zusätzliche Bankexperten für unseren Aufsichtsrat zu gewinnen." Nach seinem Abgang werde der Vorstand "bis auf Weiteres" aus Ko-Gründer Maximilian Tayental und Arnd Schwierholz bestehen. Im Dezember starte ein neuer Risikovorstand. "Hilfreich" wären "ein bis zwei weitere Personen für den Vorstand".
Stalf sagte dem "Handelsblatt", die Bank habe im vergangenen Jahr zum ersten Mal Gewinne geschrieben. Sie erwarte auch im Gesamtjahr 2025 einen Gewinn. Der Ko-Gründer hält einen Anteil von rund zehn Prozent am Unternehmen. Er stellte einen Börsengang "in zwei bis fünf Jahren" in Aussicht.
G.P.Martin--AT