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Bundesbank hält Abschläge bei frühzeitiger Rente für zu niedrig
Die Bundesbank hat die Abschläge der gesetzlichen Rente bei vorzeitigem Ruhestand als zu niedrig bezeichnet. "Sie machen dadurch einen vorgezogenen Rentenzugang für Versicherte attraktiver" und verursachten "finanzielle Lasten" für die gesetzliche Rentenversicherung, heißt es im am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank. Darin heißt es weiter, es sei sinnvoll, das gesetzliche Rentenalter und die Altersgrenze für den frühestmöglichen Rentenbeginn an die Lebenserwartung zu koppeln und die vorgezogene abschlagsfreie Rente abzuschaffen.
Derzeit fallen bei einem vorzeitigen Rentenbeginn für langjährig Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren Abschläge von 0,3 Prozent pro Monat an. Diese Regelung sei seit 1992 unverändert, betonen die Autorinnen und Autoren des Monatsberichts. Dabei sei die Lebenserwartung in der gleichen Zeit um gut drei Jahre gestiegen, das Renteneintrittsalter dagegen nur um etwa ein Jahr.
Für Beschäftigte mit Versicherungszeiten von mindestens 45 Jahren ist derzeit zudem ein vorzeitiger Renteneintritt ohne Abschläge möglich. Die Altersgrenze dafür liegt ab dem Geburtsjahrgang 1964 bei 65 Jahren, für Geburtsjahrgänge davor etwas früher. Die Bundesbank schlägt vor, diese Möglichkeit des vorgezogenen Ruhestands abzuschaffen.
Die Bundesbank argumentiert zudem, dass die Zuschläge für das Arbeiten über das derzeit gesetzliche Rentenalter hinaus zu hoch seien. Die Zuschläge zur Rente von derzeit 0,5 Prozent pro Monat sollten auch angesichts der steigenden Lebenserwartung niedriger ausfallen, heißt es in dem Bericht.
Die Bundesregierung aus Union und SPD hatte im Koalitionsvertrag die sogenannte Aktivrente vereinbart. Wer das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht hat und freiwillig weiterarbeitet, soll nach den Plänen bis zu 2000 Euro Gehalt im Monat steuerfrei erhalten.
Die Pläne hält die Bundesbank nicht für sinnvoll. "Einiges spricht aber dafür, dass finanzielle Anreize die Erwerbsphase nur wenig verlängern dürften", heißt es in dem Monatsbericht. Häufiger würden der Spaß an der Arbeit und soziale Aspekte als Motive für das längere Arbeiten im Alter genannt. Die Bundesbank führt auch die angespannte Haushaltslage als Argument gegen die Aktivrente heran. Stattdessen solle "eher an den Altersgrenzen" angesetzt werden.
N.Walker--AT