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US-Zölle auf Stahl und Aluminium: EU reagiert mit Aufschlägen auf US-Produkte
Die EU hat als Reaktion auf die in der Nacht in Kraft getretenen US-Zölle auf Aluminium und Stahl eigene Aufschläge auf Produkte aus den USA angekündigt. Ab dem 1. April würden "starke, aber verhältnismäßige" Zölle auf eine Reihe von US-Produkten erhoben, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Straßburg. Betroffen sind zunächst ausgewählte US-Produkte wie Jeans, Whiskey und Motorräder.
Auf diese Produkte hatte die EU bereits in Trumps erster Amtszeit Aufschläge als Antwort auf US-Zölle verhängt. Sie treten nun zum 1. April wieder in Kraft. Dafür sind in Brüssel keine weiteren Beratungen notwendig, weil ein mit Trumps Vorgänger Joe Biden geschlossener Kompromiss ohnehin Ende März ausläuft.
Zusätzlich plant die EU-Kommission weitere Maßnahmen, "da die neuen US-Zölle wesentlich weiter gefasst sind und einen wesentlich höheren Wert des europäischen Handels betreffen". Sie will ihrerseits Zölle auf einige Stahl- und Aluminiumprodukte, weitere Textil- und Lederwaren sowie Rindfleisch, Sojabohnen und Zucker einführen. Über diese Maßnahmen will Brüssel in den kommenden Wochen mit den EU-Ländern beraten, sie sollen spätestens Mitte April greifen.
"Wir versuchen, die USA in für sie wichtigen Sektoren zu treffen, in denen es uns nicht viel kostet", erklärte ein EU-Beamter in Brüssel. Das gelte einerseits für symbolische Produkte wie Harley-Davidson-Motorräder, andererseits etwa für Sojabohnen, für die es alternative Handelspartner wie Brasilien und Argentinien gebe. Die Kommission ziele zudem vorrangig auf Produkte, die aus republikanisch regierten US-Bundesstaaten importiert werden.
Kommissionspräsidentin von der Leyen betonte, die US-Zölle seien "schlecht für die Wirtschaft und noch schlechter für die Verbraucherinnen und Verbraucher". Die von Trump verhängten Maßnahmen seien auf keiner Seite des Atlantiks von Nutzen für die Handelspartner. "Die Preise werden steigen, in Europa und in den Vereinigten Staaten", fügte sie hinzu.
Die Tür für Verhandlungen hält Brüssel weiter offen. Drohende Schäden durch einen eskalierenden Zollstreit seien "vermeidbar, wenn die US-Regierung unsere ausgestreckte Hand annimmt und mit uns zusammenarbeitet, um eine Einigung zu erzielen", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic am Mittwoch. Die EU sei "nicht das Problem" auf dem weltweiten Stahlmarkt, betonte er.
US-Präsident Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Zölle auf Stahl und Aluminium eingeführt. Nun weitete er die Aufschläge nach EU-Angaben auf weitere Produkte aus, die Stahl oder Aluminium enthalten, darunter Küchengeräte, Fensterrahmen und Möbel. Damit betreffen die neuen Zölle nach Kommissionsangaben rund fünf Prozent der EU-Ausfuhren in die USA und könnten bei den Exportunternehmen zu zusätzlichen Kosten in Höhe von sechs Milliarden Euro führen.
Durch die neuen US-Zölle auf Stahl wird die Lage auf dem für viele Industriebereiche strategisch wichtigen Stahlmarkt noch komplizierter. Dieser wurde schon durch die Überproduktion in China destabilisiert.
E.Hall--AT