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Frankreichs Präsident Macron will Streit um chinesische Zölle auf Cognac lösen
Im Handelsstreit zwischen der EU und China will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die angekündigten Strafzölle auf Cognac noch abwenden. "Wir haben mit dem chinesischen Präsidenten (Xi Jinping) beschlossen, die Angelegenheit sachlich, mit großer Transparenz zu regeln", sagte Macron am Dienstag (Ortszeit) am Rande des G20-Treffens im brasilianischen Rio de Janeiro.
Der französische Regierungschef Michel Barnier werde Anfang 2025 nach China reisen, um Details zu klären, fügte er hinzu. Er sei zuversichtlich, dass "eine gute Lösung" gefunden werde. Macron betonte, dass mehrere Zehntausend Familien von der Cognac-Produktion in Frankreich abhingen.
Unterdessen traten beim Cognac-Hersteller Hennessy, einer Filiale de Luxuskonzerns LVMH, am Dienstag gut 500 Beschäftige in den Streik. Sie protestierten gegen das Vorhaben, Cognac in Fässern statt in Flaschen nach China zu exportieren. Auf diese Weise ließen sich die Strafzölle umgehen, die auf Flaschen erhoben werden sollen.
Ende des Jahres soll nach Gewerkschaftsinformationen geprüft werden, ob die Qualität dabei erhalten bleibe. Es gebe Pläne, Flaschen, Korken und Etiketten extra nach China zu schicken, sagte der Gewerkschaftsvertreter Matthieu Devers. Das Unternehmen erklärte dazu, dass es jegliche Pläne zur Verlagerung seiner Produktion "entschieden dementiert".
Peking hatte vergangene Woche erneut Strafzölle auf Weinbrand aus der EU angekündigt. Dies gilt als Reaktion auf die europäischen Zollaufschläge für Elektroautos aus China. Weinbrand aus Europa ist zu 95 Prozent Cognac: Dieser wird aus Weißweinen aus der Region um die gleichnamige Stadt in Westfrankreich gewonnen. Die Cognac-Produzenten fühlen sich in dem Handelsstreit als "Opfer" und appellieren an die Regierung, sich für sie einzusetzen.
In der Cognac-Branche sind derzeit knapp 73.000 Menschen beschäftigt. Der Export macht mit knapp 3,4 Milliarden Euro etwa 98 Prozent des Verkaufs aus. Die größten Kunden sind die USA mit 38 Prozent des Exports und China mit 25 Prozent.
Die EU hatte Ende Oktober Zusatzzölle von bis zu 35,3 Prozent auf Elektroautos aus China endgültig beschlossen und in Kraft gesetzt. Die EU-Kommission setzte sich damit über deutschen Widerstand hinweg; Frankreich dagegen war für die Strafzölle. Brüssel wirft China unzulässige und den Wettbewerb verzerrende Subventionen für Elektroauto-Hersteller vor.
R.Lee--AT