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Frankreichs Bauern setzten "Belagerung" von Paris fort
Französische Bauern blockieren mit mehreren hundert Traktoren weiterhin wichtige Zufahrtsstraßen nach Paris. Dies führte zu Staus von etwa 100 Kilometern, teilte die zuständige Behörde am Dienstag mit. Landesweit waren nach Angaben der Autobahngesellschaft Vinci etwa ein Dutzend Autobahnen streckenweise gesperrt. Die protestierenden Landwirtinnen und Landwirte klagen über bürokratische Auflagen, kostspielige Umweltstandards und geringe Einkommen.
Es wird erwartet, dass Premierminister Attal am Nachmittag bei seiner ersten Regierungserklärung auf die Lage der Bauern eingeht. Die bisherigen Ankündigungen, unter anderem der Verzicht auf eine geplante Steuererhöhung für Agrardiesel, hatte die Bauern nicht zufriedengestellt.
Die Blockaden in einer Entfernung von 30 bis 40 Kilometern von der Hauptstadt könnten mehrere Tage anhalten. Einige der Protestierenden haben mobile Toiletten, Stromgeneratoren und Verpflegung organisiert. "Wir sind zu allem entschlossen", sagte der Chef des FNSEA-Bauernverbands Arnaud Rousseau. Angekündigt worden war eine "Belagerung" der Hauptstadt. Rousseau rief aber zur Mäßigung auf: Alles solle friedlich und geordnet zugehen. "Bislang unterstützen uns die Franzosen, aber sie wollen nicht, dass wir randalieren."
Die Polizei schränkte die Bauernproteste bislang kaum ein. Dennoch sind 15.000 Beamten zusätzlich im Dienst, am Großmarkt Rungis südlich von Paris wurden Panzerfahrzeuge der Gendarmerie stationiert. Da die Blockaden relativ weit von Paris entfernt sind, blieb der Verkehr in der Hauptstadt bislang kaum beeinträchtigt.
Innerhalb der Protestbewegung herrscht keine Einigkeit darüber, wie weit der Protest gehen soll. Derzeit sind mehrere Traktor-Konvois unterwegs, die das Ziel haben, den Großmarkt in Rungis zu blockieren - was der FNSEA-Bauernverband jedoch ablehnt.
"Die Leute sind auf unserer Seite, wir konnten auf der ganzen Fahrt feststellen, dass die Franzosen ihre Landwirte lieben", sagte José Perez, Ko-Präsident eines regionalen Landwirtschaftsverbandes. Ein Konvoi des Verbandes ist mit rund 200 Traktoren unterwegs. Er soll am späten Nachmittag in Rungis eintreffen.
Nach Polizeiangaben hatten sich am Montag landesweit rund 10.000 Bauern an verschiedenen Aktionen beteiligt. Bei den Blockaden rund um Paris wurden etwa 500 Traktoren gezählt.
P.Hernandez--AT