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Eigenanteile für Pflegebedürftige in Heimen steigen: Zuschüsse bremsen Anstieg ab
Die von Pflegebedürftigen zu zahlenden Eigenanteile in den Pflegeheimen sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Der Anstieg wurde aber durch höhere Zuschüsse abgebremst, wie Analysen des Ersatzkassenverbands VDEK und des wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) vom Donnerstag zeigen.
Nach den AOK-Berechnungen lag die durchschnittliche Gesamtbelastung für Pflegebedürftige Ende 2023 bei 2267 Euro pro Monat. Durchschnittlich 569 Euro davon wurden durch nach Wohndauer gestaffelte Zuschläge erstattet. Im Schnitt 874 Euro musste jeder Heimbewohner für die reine Pflege aus eigener Tasche zuzahlen, hinzu kamen 909 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 484 Euro für Investitionskosten.
Seit 2022 zahlen die Pflegekassen Zuschläge zur Begrenzung des Eigenanteils an der Pflege. Sie sind nach Wohndauer gestaffelt. Bei den Pflegebedürftigen mit langer Wohndauer sorgten diese Zuschüsse demnach für eine deutliche Entlastung. So zahlen Bewohnerinnen und Bewohner, die seit mehr als drei Jahren in einem Heim leben, im vergangenen Jahr für ihre Pflege laut AOK-Analyse einen Eigenanteil für den Pflegeaufwand von lediglich 433 Euro - im ersten Jahr sind dies noch 1371 Euro.
Zum 1. Januar 2024 wurden die Zuschläge angehoben. Dadurch werde die Steigerung der Eigenanteile abgemildert, heißt es in der VDEK-Analyse. Insgesamt erhöhte sich die finanzielle Eigenbeteiligung im Pflegeheim mit Jahresbeginn im ersten Jahr auf durchschnittlich 2576 Euro im Monat. Das sind 165 Euro mehr als im Vorjahr.
Im zweiten Aufenthaltsjahr zahlen Pflegebedürftige laut VDEK im Schnitt jetzt 2370 Euro (plus 187 Euro), im dritten Jahr 2095 Euro (plus 140 Euro) und ab dem vierten Jahr durchschnittlich 1750 Euro (plus 79 Euro) aus eigener Tasche.
"Insgesamt ist der Trend zu immer höheren Eigenanteilen allerdings ungebrochen", erklärte Antje Schwinger, Leiterin des Forschungsbereichs Pflege beim Wido. Es sei absehbar, dass die Kosten für die Pflege im Heim weiter steigen würden. Grund seien unter anderem die gestiegenen Lohnkosten infolge der Verpflichtung der Einrichtungen zur tariflichen Bezahlung ihrer Mitarbeiter und die inflationsbedingten Tarifsteigerungen.
AOK-Vorstandschefin Carola Reimann forderte nachhaltige Lösungen zur Begrenzung der steigenden Eigenanteile. Dazu zähle die Herausnahme der Ausbildungskosten aus den Eigenanteilen, was die Pflegebedürftigen "auf einen Schlag um etwa eine Milliarde Euro entlasten" würde. Zudem müssten die Länder die Investitionskosten übernehmen.
Auch VDEK-Chefin Ulrike Elsner betonte, die Übernahme der Investitionskosten durch die Länder würde die Pflegebedürftigen um rund 485 Euro monatlich entlasten.
L.Adams--AT