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Gewitter und regionale Unwetter verursachen 2023 Rekordschäden
Weltweit haben Naturkatastrophen auch im vergangenen Jahr enorme Schäden hinterlassen. Wie der Rückversicherer Munich Re am Dienstag mitteilte, lag der weltweite Gesamtschaden 2023 bei rund 250 Milliarden Dollar (umgerechnet 229 Milliarden Euro) und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings hätten diesmal - anders als in den Vorjahren - "keine Mega-Katastrophen in Industrieländern" die Schäden in die Höhe getrieben, erklärte Munich Re. Stattdessen war die Schadenbilanz demnach "von vielen regionalen Unwettern geprägt".
Noch nie seien in Nordamerika und Europa derart hohe Gewitterschäden verzeichnet worden, teilte der Rückversicherer mit. Werte von rund 66 Milliarden Dollar wurden in Nordamerika zerstört, 50 Milliarden davon waren versichert. In Europa betrugen die Gesamtschäden zehn Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro), davon waren acht Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) versichert.
"Die seit Jahren beschleunigte Erderwärmung verstärkt in vielen Regionen die Wetterextreme und damit auch das Schadenspotenzial", erklärte der Chef-Klimatologe von Munich Re, Ernst Rauch. "Bei höheren Temperaturen verdunstet mehr Wasser, und mit der zusätzlichen Feuchtigkeit steigt in der Atmosphäre die potenzielle Energie für starke Unwetter", führte er weiter aus. Gesellschaft und Wirtschaft müssten sich deshalb "an die veränderten Risiken anpassen - andernfalls steigen die Schadenlasten".
Die Zahl der Todesopfer durch Naturkatastrophen stieg im Jahr 2023 auf 74.000 und lag damit deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (10.000). Ursächlich dafür war vor allem eine Reihe verheerender Erdbeben, insbesondere im Südosten der Türkei und in Syrien im Februar.
Nach Angaben von Munich Re kamen 63.000 Menschen im Jahr 2023 durch derartige geophysikalische Gefahren ums Leben (85 Prozent Anteil) - so viele wie seit 2010 nicht mehr. Bei den ökonomischen Schäden aus Naturkatastrophen dominierten dagegen die Unwetterereignisse: 76 Prozent der Gesamtschäden waren wetterbedingt, 24 Prozent hatten geophysikalische Ursachen.
M.Robinson--AT