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GDL-Mitglieder stimmen im Tarifstreit mit Bahn für längere Streiks ab Januar
Bahnreisende müssen sich ab Januar auf tagelange Streiks der Lokführerinnen und Lokführer einstellen. In einer Urabstimmung sprachen sich 97 Prozent der Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für härtere Arbeitskampfmaßnahmen im aktuellen Tarifkonflikt mit der Bahn aus, wie die Gewerkschaft am Dienstag mitteilte - damit werden auch unbefristete Streiks möglich. Die Ausstände drohen frühestens ab dem 8. Januar.
In der laufenden Tarifrunde hatte es bereits kürzere Warnstreiks gegeben, diese seien aber "nur ein ganz kleiner Lichtblick gewesen", sagte GDL-Chef Claus Weselsky bei der Vorstellung der Ergebnisse der Urabstimmung in Frankfurt am Main. Der nächste Arbeitskampf werde "kräftiger, länger und härter". Von unbefristeten Streiks sprach der Gewerkschaftschef nicht direkt, der Weg dafür wird damit aber nun frei. Die Beteiligung an der Urabstimmung lag bei über 70 Prozent.
"Das ist ein deutliches Signal an die Arbeitgeber, ihre Verweigerungshaltung gegenüber den Kernforderungen der GDL zu überdenken", erklärte Weselsky zu dem Ergebnis der Urabstimmung weiter. "Nur mit einem zufriedenstellenden Angebot zur Absenkung der Arbeitszeit und einer spürbaren Entgelterhöhung als Inflationsausgleich ist die Wiederaufnahme und gütliche Einigung der Verhandlungen möglich."
Die Tarifgespräche sind festgefahren. Kernforderung der GDL ist eine Absenkung der Wochenarbeitszeit für Beschäftigte im Schichtdienst von derzeit 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Weil die Bahn Gespräche darüber ablehnte, erklärte die GDL die Gespräche für gescheitert.
Längere Streiks sind nun frühestens ab dem 8. Januar kommenden Jahres möglich - am Weihnachtsfrieden hält die Gewerkschaft fest. Die Öffentlichkeit werde "rechtzeitig" über Datum und Dauer der neuen Arbeitskämpfe unterrichtet, sagte Weselsky. Bei längeren Streiks gelte wieder eine Vorlaufzeit von 48 Stunden, bei den Warnstreiks hatte die Gewerkschaft kurzfristiger zum Arbeitskampf aufgerufen.
Grundsätzlich sei die GDL "mit jedem Unternehmen bereit, ohne Auseinandersetzungen Tarifabschlüsse zu machen", sagte Weselsky. Das zeige sich am erzielten Abschluss mit der Netinera-Gruppe, wo eine Einigung auf eine Absenkung der Arbeitszeit gelungen sei. Das Eisenbahnsystem brauche insgesamt eine "massive Veränderung", um wieder attraktiv zu werden.
Ch.P.Lewis--AT