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Schwache Konjunktur schlägt auf den Arbeitsmarkt durch
Die schwache Konjunktur wirkt sich nun auch auf den Arbeitsmarkt aus: Die Zahl der Arbeitslosen nahm im Juni im Vergleich zum Vormonat um 11.000 auf 2,555 Millionen zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb aber unverändert bei 5,5 Prozent.
"Die schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spüren wir nun auch auf dem Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit steigt und das Beschäftigungswachstum verliert an Schwung", erklärte BA-Chefin Andrea Nahles.
Verglichen mit dem Juni des vorigen Jahres stieg die Zahl der Arbeitslosen um 192.000. Auch ohne die Berücksichtigung ukrainischer Geflüchteter wäre die Arbeitslosigkeit angestiegen, erläuterte die BA.
Staatssekretärin Leonie Gebers aus dem Bundesarbeitsministerium erklärte, der Arbeitsmarkt "behauptet sich in einem schwierigen Umfeld gegen den Druck, unter dem die deutsche Wirtschaft von vielen Seiten steht". Sie betonte, "wir halten das Rekordniveau bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung".
Erwerbstätig waren laut den aktuell verfügbaren Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Mai 45,88 Millionen Menschen, das waren 365.000 mehr als im Vorjahresmonat. Dabei stieg aber vor allem die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten, und zwar um 236.000 auf knapp 7,5 Millionen Menschen. Fast 4,2 Millionen von ihnen waren ausschließlich zu einem geringfügigen Lohn beschäftigt, weitere 3,3 Millionen in einem Nebenjob.
Es zeige sich, dass die Unternehmen zurückhaltender als in den Vormonaten einstellen, erklärte Staatssekretärin Gebers. Die BA teilte mit, ein Rückgang der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Stellen sei mittlerweile seit einem Jahr zu verzeichnen. Im Juni waren 769.000 zu besetzende Stellen gemeldet, 108.000 weniger als im Juni 2022. Insgesamt sei das aber noch ein vergleichsweise hohes Niveau, so die Behörde.
Die Zurückhaltung bei den Einstellungen wirke sich vor allem auf langzeitarbeitslose Menschen aus, erklärte Gebers. Ihre Lage am Arbeitsmarkt bleibe schwierig. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg von Mai bis Juni um 30.000 auf insgesamt 908.000. "Rund jeder dritte arbeitslose Mensch ist somit langzeitarbeitslos."
Die Staatssekretärin verwies auf "neue Möglichkeiten, die das Bürgergeld ab 1. Juli bietet" - etwa bessere Weiterbildungsmöglichkeiten. "Zugleich setzen wir auf eine ganzheitliche Betreuung und weniger Bürokratie."
Die BA teilte am Freitag auch Zahlen zum Ausbildungsmarkt mit - er sei aber im Juni "noch in Bewegung". Die Zahlen erlauben demnach nur eine vorläufige Einschätzung. Den Arbeitsagenturen wurden 497.000 betriebliche Lehrstellen gemeldet, 1000 mehr als vor einem Jahr. 256.000 waren im Juni noch unbesetzt.
P.Smith--AT