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Amazon entlässt mehr als 18.000 Beschäftigte
Der Stellenabbau beim Internetriesen Amazon fällt größer aus als zunächst geplant: Konzernchef Andy Jassy kündigte auf der Website des Unternehmens die Streichung von "etwas mehr als 18.000" Arbeitsplätzen an. Im November hatte Amazon noch die Entlassung von rund 10.000 Beschäftigten angekündigt. Als Gründe nannte das Unternehmen nun die "unsichere" Wirtschaftsentwicklung sowie die zu schnelle Aufstockung von Personal zu Pandemie-Zeiten.
Der Stellenabbau ist der größte der Unternehmensgeschichte. Der Konzernführung sei bewusst, dass die Entlassungen "schwierig" für die Betroffenen seien und die Entscheidungen seien nicht leichtfertig getroffen worden, erklärte Jassy weiter. Amazon bemühe sich um sozialverträgliche Vereinbarungen wie Abfindungen, Übergangslösungen und Unterstützung bei neuen Jobs. Wie genau sich der Stellenabbau verteilt, blieb noch offen.
Von den Streichungen sind auch Beschäftigte in Europa betroffen. Informiert werden sollen alle Betroffenen ab dem 18. Januar. Dass Amazon nun mit den Plänen herausrückte, sei dem geschuldet, dass die internen Neuigkeiten von einem Beschäftigten weitergegeben worden seien, fuhr der Konzern fort.
Amazon hatte seine Beschäftigtenzahl im Zuge der Corona-Pandemie, als der Onlinehandel sprunghaft anstieg, deutlich aufgestockt. Im ersten Quartal 2022 waren 1,62 Millionen Menschen für das Unternehmen tätig. Seitdem sank die Mitarbeiterzahl wieder, Ende September betrug sie 1,54 Millionen Beschäftigte weltweit. Nicht mit eingerechnet sind Saisonarbeitskräfte, die bei Amazon etwa während der Weihnachtszeit arbeiten.
Mit den Streichungen werde Amazon nun wieder eine solide Kostenstruktur verfolgen können, hieß es bei dem Unternehmen weiter. Amazon habe auch in der Vergangenheit schwierige Wirtschaftslagen gemeistert "und wir werden das weiter tun".
Im dritten Quartal 2022 war der Nettogewinn des Unternehmens um neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Für das vierte Quartal erwartet Amazon ein für seine Verhältnisse schwaches Wachstum zwischen zwei und acht Prozent im Jahresvergleich und einen operativen Gewinn zwischen null und vier Milliarden Dollar gegenüber 3,5 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Konzern will seine Jahresbilanz am 1. Februar vorlegen.
Die Online-Handelsplattformen in den USA leiden unter Einsparungen der Anzeigenkunden, die damit auf die Inflation und den Anstieg der Zinsen reagieren. Zuletzt hatte eine Reihe von Technologieunternehmen umfangreiche Stellenstreichungen angekündigt oder vollzogen, etwa der Facebook-Mutterkonzern Meta und die Unternehmen Twitter und Snapchat.
A.Moore--AT