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Foodwatch: Verbleib männlicher Küken seit Schredder-Verbot weitgehend unklar
Seit Jahresbeginn ist das Töten männlicher Küken von Legehennen in Deutschland verboten - was stattdessen mit den Tieren passiert, ist nach Angaben von Verbraucherschützern jedoch völlig unklar. "Fast neun Millionen männliche Küken sind in den ersten neun Monaten des Jahres in Deutschland geschlüpft - und niemand weiß oder will wissen, was mit den Tieren passiert", erklärte der Geschäftsführer des Organisation Foodwatch, Chris Methmann, am Freitag.
"Selbst der Zentralverband der Geflügelindustrie kann über den Verbleib der Tiere nur spekulieren", führte Methmann aus. "Auch die zuständigen Behörden wissen es nicht, entsprechende Kontrollen finden bisher offenbar nicht statt." Foodwatch habe Anhaltspunkte dafür gefunden, dass viele Betriebe männliche Küken ins Ausland transportieren - wo sie dann unter Umständen doch getötet werden.
Seit Januar dürfen die männlichen Küken in Deutschland nicht mehr geschreddert oder vergast werden, sondern werden entweder als so genannte Bruderhähne aufgezogen oder durch Geschlechtsbestimmungsverfahren noch vor dem Schlüpfen aussortiert. Auf die Möglichkeit, dass die Bruderhähne zur Tötung ins Ausland transportiert werden könnten, hatte auch die Geflügelindustrie selbst hingewiesen und eine einheitliche europäische Regel gefordert.
Foodwatch kritisiert das Kükentötungsverbot auch grundsätzlich, denn es ändere nichts an den "unerträglichen Zuständen in deutschen Hühnerställen". Die Bundesregierung "doktert nur an Symptomen eines kaputten Tierhaltungssystems herum, das möglichst billig möglichst viele Eier produzieren will", erklärte Methmann. Vielmehr brauche es einen "wirklichen Systemumbau" weg von der "tierquälerischen Hochleistungszucht".
T.Sanchez--AT