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Nach dem Weihnachtsstreik bei der französischen Bahn droht ein Silvesterstreik
Nach dem Streik bei der französischen Bahn SNCF am Weihnachtswochenende droht bereits weiteres Verkehrschaos in Frankreich rund um Silvester. "Wir erwarten von der Leitung der SNCF, dass sie in den kommenden Stunden eine Lösung findet", sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Donnerstag dem Sender Sud Radio. Das Unternehmen wollte am selben Tag mit Gewerkschaftsvertretern reden.
Dabei geht der jüngste Streik, der etwa 200.000 Reisenden die Organisation ihres Weihnachtswochenende erheblich erschwert hat, gar nicht von den Gewerkschaften aus, sondern von einer informellen Gruppe von Zugbegleiterinnen und -begleitern. Die Gewerkschaften sind dennoch daran beteiligt, weil sie eine Streikwarnung für Weihnachten und Silvester nicht zurückgezogen haben. Regierungssprecher Olivier Véran rief die Streikwilligen am Donnerstag dazu auf, auf die Protestaktion zu verzichten.
Am Weihnachtswochenende beteiligt sich etwa jeder zweite Zugchef an dem Streik. Am Freitag sollte etwa ein Drittel der Züge ausfallen. Für Samstag und Sonntag kündigte die Bahn den Ausfall von zwei von fünf Zügen an.
Kundinnen und Kunden können sich Fahrkarten für ausgefallene Züge doppelt zurückerstatten lassen. Das kostet das Unternehmen nach eigenen Angaben mehrere Millionen Euro. Reisende können ihre Fahrkarten laut SNCF auch gratis umtauschen. Allerdings sind die meisten Züge an den Feiertagen ohnehin seit langem ausgebucht.
Den Streik initiiert hat eine lose Vereinigung von Zugchefinnen und -chefs, sie sind sowohl für Fahrkartenkontrollen als auch für die Sicherheit an Bord zuständig. Diese Vereinigung ist aus einer Whatsapp-Gruppe hervorgegangen und hat mittlerweile mehr als 3500 Mitglieder, was etwa einem Drittel der Berufsgruppe entspricht. Die Beschäftigten klagen über ihrer Ansicht nach zu niedrige Gehälter und schlechte Arbeitsbedingungen. Sie wollen sich außerdem nicht von den Gewerkschaften vertreten lassen, denen sie interne Kleinkriege vorwerfen.
Die SNCF verweist darauf, dass das Gehalt der Zugchefs innerhalb von zwei Jahren bereits um zwölf Prozent gestiegen sei. Das Unternehmen hat den Zugchefs nach eigenen Angaben bereits mehr Gehalt geboten und Verbesserungsvorschläge gemacht.
D.Lopez--AT