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Beschäftigte des Rettungsdienstes in Großbritannien streiken
Im Kampf für höhere Löhne in Großbritannien haben nun auch Beschäftigte des Rettungsdienstes ihre Arbeit niedergelegt. Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS, darunter Sanitäter und Beschäftigte bei der Telefonzentrale, beteiligten sich am Mittwoch an dem Streik, der weite Teile Englands und Wales betreffen sollte.
Es gehe darum, der Regierung zu sagen, dass die Beschäftigten eine Verschlechterung der Leistungen nicht zulassen werden, sagte Steven Thompson von der Gewerkschaft Unite. "Wir werden nicht klein beigeben."
Vertreter des Gesundheitswesens warnten angesichts des Streiks vor einer Überlastung des sich bereits in einer Krise befindenden Gesundheitssystems. Die Bevölkerung solle jedoch nicht in Panik geraten, sagte der Verbandsvorsitzende der NHS Confederation, Matthew Taylor.
Die Minister verschiedener Ressorts wollten 750 Militärangehörige abstellen, um sie als Fahrer von Krankenwagen und für logistische Aufgaben einzusetzen. Damit sollten die Auswirkungen des Streiks vom Mittwoch abgemildert werden.
Regierung und Gewerkschaften wiesen sich am Mittwoch gegenseitig die Schuld für mögliche Auswirkungen des Streiks auf die Gesundheit von Menschen zu. Gesundheitsminister Steve Barclay beschuldigte die Gewerkschaften in der Zeitung "Daily Telegraph", eine "bewusste Entscheidung" getroffen zu haben, um den Patienten "Schaden zuzufügen".
Die Chefin der Gewerkschaft GMB, Rachel Harrison, bezeichnete Barclays Kommentare als "Beleidigung" für die Beschäftigten im Rettungsdienst. Diese seien zum Streik "gezwungen", weil die "Regierung Jahr für Jahr nicht auf sie gehört hat".
Die Regierung verweist darauf, sich an niedrigere als die geforderten Erhöhungen halten zu müssen, weil dies von unabhängigen Gremien zur Lohnprüfung empfohlen wurde. Die Gewerkschaften drohten hingegen bereits neue Streiks für das kommende Jahr für den Fall an, sollte sich die Regierung weiter weigern, zu verhandeln.
Am Dienstag hatten bereits zahlreiche Pflegekräfte in Großbritannien gestreikt - zum zweiten Mal innerhalb einer Woche. Es waren die ersten Streiks der Gewerkschaft für Pflegeberufe RCN in ihrer 106-jährigen Geschichte.
Angesichts einer Inflation von rund elf Prozent fordern viele Beschäftigte in Großbritannien höhere Löhne. Jüngst hatten zudem Beschäftigte bei der Bahn, der Post und beim Grenzschutz angekündigt, während der Weihnachtszeit ihre Arbeit niederzulegen.
F.Ramirez--AT