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Wegen Fußballs verhindert: Frankreichs Präsident lässt sich vom Kanzler vertreten
"Pardon, aber ich bin beim Fußball" - so in etwa dürfte die Erklärung des französischen Präsidenten gelautet haben, der sich wegen des WM-Halbfinales mit Frankreich auf einem internationalen Gipfel vom Bundeskanzler vertreten lässt. Olaf Scholz (SPD) werde Emmanuel Macron am Mittwoch beim EU-Asean-Gipfel in Brüssel vertreten, teilte der Élysée in Paris mit. Der französische Präsident reise nach Katar, um dort beim Spiel zwischen Frankreich und Marokko dabei zu sein.
"Sich gegenseitig zu vertreten, ist Teil der deutsch-französischen Partnerschaft und zeugt von der Nähe und dem Vertrauen beider Länder", hieß es im Umfeld des französischen Präsidenten. Macron reise noch in der Nacht zurück und will laut offiziellem Programm am Donnerstag bereits um 8.15 Uhr in Brüssel zum EU-Gipfel eintreffen.
Auf dem EU-Gipfel zuvor hatte Macron Scholz noch die kalte Schulter gezeigt und davor gewarnt, dass Deutschland sich in Europa nicht isolieren solle. Hintergrund waren Streitigkeiten über den von Deutschland abgelehnten Gaspreisdeckel und Verzögerungen beim gemeinsamen Luftkampfsystem FCAS. Die Beziehungen beider Länder schienen auf einem Tiefpunkt, als im Oktober ein gemeinsames Ministertreffen kurzfristig abgesagt worden war und dafür auch inhaltliche Differenzen genannt wurden.
Im Januar feiern beide Länder den 60. Jahrestag ihres Freundschaftsvertrags, den der französische Präsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer 1963 unterzeichnet hatten. An dem Tag ist ein gemeinsame Sitzung deutscher und französischer Parlamentarier vorgesehen. Auch das Ministertreffen soll dann nachgeholt werden, aber der genaue Termin wurde noch nicht genannt.
K.Hill--AT