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Schutz des Aals im Fokus der neuen Fangmengen für 2023
Der Schutz des gefährdeten Europäischen Aals steht im Fokus der neuen Fangmengen für 2023 für die Nordsee und den Atlantik. Die Fischereiministerinnen und -minister der EU einigten sich auf eine Schonzeit von sechs Monaten für den Aal, allerdings mit Einschränkungen, wie das Landwirtschaftsministerium in Berlin am Dienstag mitteilte.
Die feste EU-weite Schonzeit beträgt drei Monate - für die Ostsee von Oktober bis Dezember und für die Nordsee von September bis November. Die anderen drei Monate müssen die Mitgliedstaaten jeweils unter Berücksichtigung der Aalwanderung festlegen. Die Freizeitfischerei von Aal wird im maritimen Bereich komplett verboten.
Die Fangmengen für Nordseehering sinken um neun Prozent auf EU-weit knapp 165.400 Tonnen, die deutsche Quote beträgt rund 37.400 Tonnen. Für alle anderen bedeutenden Bestände in der Nordsee - etwa Kabeljau, Schellfisch und Seelachs - steigen die Fangmengen, bei Kabeljau gar um 60 Prozent.
Eine Einigung über die Quoten in der Ostsee für kommendes Jahr hatten die Ministerinnen und Minister der EU bereits Mitte Oktober gefunden. Fischerinnen und Fischer dürfen demnach in weiten Teilen der Ostsee 2023 weiterhin keinen Hering und Dorsch fangen - er ist dort nur als Beifang erlaubt.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte am Dienstag, er vermisse - trotz des Einsatzes Deutschlands und der Europäischen Kommission für einzelne Fischpopulationen - "die dringend notwendige Kursänderung zur Rettung von Fischpopulationen und Meeren". Ein Drittel aller Fischpopulationen im Nordostatlantik sei aktuell überfischt.
Der BUND lobte es aber als "stark", dass Deutschland sich trotz heftigen Gegenwinds aus den Bundesländern und von Seiten der Fischerei- und Angelverbände für den Vorschlag ausgesprochen habe, die Schonzeit für den Aal auf sechs Monate auszuweiten. "Das ist genau die zukunftsgewandte Kursänderung, die wir von Fischereiminister Cem Özdemir erwarten."
R.Lee--AT