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Lula: Länder sollen entsprechend ihrer "Möglichkeiten" aus fossilen Energien aussteigen
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat sich dafür ausgesprochen, dass Länder entsprechend ihrer Möglichkeiten aus den fossilen Energien aussteigen. Es müsse der Wille zur Abkehr von Kohle, Öl und Gas demonstriert werden, sagte Lula am Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz bei der Weltklimakonferenz in Belém. Dieser Wandel müsse jedes Land aber entsprechend "seiner Möglichkeiten" vollziehen.
Der Ausstieg aus den klimaschädlichen fossilen Energieträgern solle erfolgen, "ohne irgendjemandem etwas vorzuschreiben, ohne eine Frist festzulegen, damit jedes Land Dinge entscheiden kann, die es in seinem Rhythmus machen kann". "Alles muss sich auf Konsens gründen", führte Lula aus. "Wir wollen nur sagen, dass es möglich ist. Es ist möglich, lasst es uns versuchen."
Der brasilianische Präsident war am Mittwoch nach Belém gereist, um zu einem schnellen Durchbruch der Verhandlungen bei der UN-Klimakonferenz (COP30) beizutragen. Zum Stand der Verhandlungen äußerte er sich bei seiner Pressekonferenz allerdings nicht. Vielmehr sagte er wiederholt, dass er "sehr glücklich" über diese COP sei, so als sei sie bereits zu Ende.
Zu den Knackpunkten der Verhandlungen, die laut offizieller Planung am Freitagabend zu Ende gehen sollen, gehört eine Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die bislang völlig unzureichenden Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen. Ein Ausstieg aus den fossilen Energieträgern steht nicht auf der offiziellen Konferenzagenda.
Kurz vor der COP30 hatte Lula bei dem vorangehenden Klimagipfel in Belém dann aber mit dem Aufruf überrascht, einen Fahrplan für eine schrittweise Abkehr von den Fossilen zu entwerfen. Auf der COP30 haben sich mittlerweile mehr als 80 Länder, darunter auch Deutschland, zu diesem Vorhaben bekannt. Große Ölförderländer stellen sich einem solchen Beschluss jedoch entgegen.
Lulas Umweltministerin Marina Silva sagte dazu bei der Pressekonferenz, es habe "gute Reaktionen" auf den Plan gegeben. Die Verhandler hätten aber "noch einen langen Weg vor sich, um einen Konsens zu erzielen".
A.Clark--AT