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KI-Gipfel in Indien: Modi und Guterres fordern Technologiezugang für alle
Bei einem Gipfel zur Künstlichen Intelligenz (KI) in Neu Delhi haben UN-Generalsekretär António Guterres und der indische Regierungschef Narendra Modi einen offenen Zugang zur Technologie für alle gefordert. "KI muss allen gehören", sagte Guterres am Donnerstag und rief die großen Technologiekonzerne auf, einen globalen Fonds in Höhe von drei Milliarden Dollar zu unterstützen, der einen offenen Zugang zu KI gewährleisten soll.
Auch der indische Ministerpräsident Modi pochte darauf, dass sichergestellt werden müsse, dass KI für das "globale Allgemeinwohl" genutzt werde. "Wir müssen KI demokratisieren. Sie muss ein Medium für Inklusion und Empowerment werden", sagte Modi.
"Die Zukunft der KI kann nicht von einer Handvoll Ländern entschieden werden - oder den Launen einiger weniger Milliardäre überlassen werden", sagte Guterres bei dem vierten internationalen KI-Gipfel. Wenn nicht die richtigen Maßnahmen ergriffen würden, könne KI "Ungleichheiten vertiefen, Vorurteile verstärken und Schaden anrichten".
Richtig eingesetzt könne die Künstliche Intelligenz hingegen "Durchbrüche in der Medizin beschleunigen, Lernmöglichkeiten erweitern, die Ernährungssicherheit stärken, Klimaschutzmaßnahmen und Katastrophenvorsorge unterstützen und den Zugang zu grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen verbessern", betonte der UN-Generalsekretär. Er forderte globale Maßnahmen, um eine wirksame Aufsicht und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten.
An dem fünftägigen Gipfel in Neu Delhi nehmen neben mehreren Staats- und Regierungschefs auch die Chefs großer Technologiekonzerne teil, um über die Chancen durch KI zu sprechen - aber auch über die Risiken, von Arbeitsplatzverlusten bis hin zur wachsenden Gefahr durch Falschinformationen. Am letzten Gipfeltag am Freitag wird eine Erklärung der Staats- und Regierungschefs erwartet.
Unter den teilnehmenden Wirtschaftsvertretern sind etwa Sam Altman von ChatGPT-Entwickler OpenAI und Sundar Pichai vom Suchmaschinen-Riesen Google. Microsoft-Gründer Bill Gates sagte wenige Stunden vor seiner geplanten Rede ab, um "sicherzustellen, dass der Fokus auf den wichtigsten Prioritäten des KI-Gipfels bleibt".
Gates' Name war in den Akten zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aufgetaucht, welche die US-Regierung zuletzt veröffentlicht hatte. Gates hatte daraufhin beteuert, er bereue "jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe". Die bloße Erwähnung eines Namens in den Epstein-Akten bedeutet noch kein Fehlverhalten aufseiten des Genannten.
In den vergangenen Jahren hatten Südkorea, Großbritannien und zuletzt Frankreich den KI-Gipfel ausgerichtet. Der französische Staatschef Macron sagte in Neu Delhi, er sei entschlossen, eine sichere Kontrolle der sich rasch entwickelnden Technologie zu gewährleisten. Europa sei "ein Ort für Innovation und Investition, aber es ist ein sicherer Ort".
ChatGPT-Chef Altman räumte am Donnerstag ein, die Welt benötige "dringend" Regulierung oder andere Schutzmaßnahmen - wie bei "jeder anderen Technologie dieser Leistungsstärke". Es sei etwa eine Stelle wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vorstellbar, um die globale Koordination zu KI sicherzustellen.
Für Gastgeberland Indien bietet der Gipfel auch die Chance, seine Position in dem boomenden Sektor zu festigen. In dieser Woche haben bereits mehrere US-Tech-Riesen Investitionen und Pläne in dem südasiatischen Land verkündet. Am Donnerstag verkündeten ChatGPT-Entwickler Open AI und der indische IT-Konzern Tata Consultancy Services (TCS) eine auf mehrere Jahre angelegte Partnerschaft mit dem Ziel, eine KI-Infrastruktur in Indien zu erschaffen und dafür Datenzentren zu bauen.
Am Vortag hatte Google die Verlegung neuer Unterseekabel angekündigt, die den Subkontinent mit weiteren weltweiten Standorten verbinden sollen. US-Chipentwickler Nvidia meldete Kooperationen mit mehreren Unternehmen aus dem bevölkerungsreichsten Land der Welt an.
Indien war im vergangenen Jahr laut einer Auswertung der Stanford University bei der Wettbewerbsfähigkeit im KI-Bereich auf den dritten Platz vorgerückt und hatte damit Südkorea und Japan überholt. Um mit den USA und China konkurrieren zu können, hat das Land nach Experteneinschätzungen aber noch einen langen Weg vor sich.
W.Nelson--AT