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Vorfall am Flughafen El Paso schürt Spekulationen zu US-Angriffen auf Drogenbanden in Mexiko
Der Verkehr am internationalen US-Flughafen El Paso an der Grenze zu Mexiko ist stundenlang zum Erliegen gekommen. Ein US-Verantwortlicher machte am Mittwoch mexikanische Drogenkartelle verantwortlich, die den Luftraum mit Drohnen verletzt hätten. Unklar war, ob die USA den Vorfall zum Anlass nehmen könnten, die Kartelle in Mexiko anzugreifen, wie Präsident Donald Trump im Januar angedroht hatte.
"Drohnen eines mexikanischen Kartells haben den US-Luftraum verletzt", sagte der US-Verantwortliche, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Die US-Streitkräfte hätten "Maßnahmen ergriffen, um die Drohnen auszuschalten". Es bestehe keine Gefahr mehr für den kommerziellen Flugverkehr im Bundesstaat Texas.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, sie habe "keine Informationen zum Einsatz von Drohnen an der Grenze". Der Vorfall werde untersucht.
Das Pentagon bestätigte die Angaben zu den Drohnen nicht. Das Nutzerkonto @DoWCTO des "Kriegsministeriums", wie sich das Pentagon nennt, veröffentlichte allerdings im Onlinedienst X unter der Überschrift "Verteidigt die Heimat" das Foto eines Adlers vor Drohnen-ähnlichen Flugobjekten, die offenbar abgeschossen werden.
Offiziell verwies das US-Verteidigungsministerium auf die Luftfahrtbehörde FAA. Diese erklärte am Mittwoch, die vorübergehende Sperrung des Luftraums über El Paso sei aufgehoben. "Es besteht keine Gefahr für den kommerziellen Luftverkehr", betonte sie. "Alle Flüge werden wie gewohnt fortgesetzt."
Die FAA hatte den Luftraum über El Paso zunächst für zehn Tage für gesperrt erklärt, sie machte dafür "Sicherheitsgründe" geltend. Sie warnte vor dem Einsatz "tödlicher Gewalt", sollten Flugzeuge als Bedrohung eingestuft werden. El Paso hat rund 700.000 Einwohner und liegt neben der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez, die als Hochburg von Drogenkartellen gilt.
Trump hatte Mexiko im Januar nach der Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einer US-Militärinvasion mit "Landangriffen im Hinblick auf die Kartelle" gedroht. Die Trump-Regierung hat Drogenbanden unter anderem aus Mexiko den "Krieg" erklärt und das Sinaloa-Kartell und andere Gruppen als "ausländische Terrororganisationen" eingestuft.
Mexikos Regierung und Präsidentin Sheinbaum lehnen eine US-Militärintervention entschieden ab. Die US-Regierung hatte ihr militärisches Eingreifen in Venezuela, die Gefangennahme Maduros und den Abschuss zahlreicher Schiffe in der Karibik und östlichen Pazifik ebenfalls mit dem Kampf gegen den Drogenschmuggel begründet. UN-Vertreter sehen darin eindeutig Völkerrechtsverstöße.
L.Adams--AT