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Historikerkommission zur Aufarbeitung des Olympia-Attentats 1972 nimmt Arbeit auf
Die Historikerkommission zur Aufarbeitung des Attentats auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Spiele in München 1972 hat am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen. Die Auftaktsitzung fand im Beisein von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) statt. Die Kommission wird in den kommenden drei Jahren zu den Ereignissen rund um das Attentat forschen sowie dessen Vor- und Nachgeschichte umfassend wissenschaftlich aufarbeiten, wie das Ministerium mitteilte.
Faeser sprach von einem "wichtigen Zeichen". Das Attentat habe tiefe Wunden hinterlassen. "Es ist beschämend, dass quälende Fragen viel zu lang offengeblieben sind", erklärte die Ministerin. "Es fehlte viel zu lang an Aufklärung, Aufarbeitung, Transparenz und der Übernahme von Verantwortung." Nun werde "endlich eine transparente und umfassende Aufarbeitung der Ereignisse rund um das schreckliche Attentat erfolgen".
"Die Forschungsergebnisse sollen Antworten auf die vielen noch offenen Fragen geben, die der deutsche Staat den Angehörigen der Opfer und der Öffentlichkeit seit mehr als 50 Jahren schuldig ist", erklärte Faeser. Die Kommission werde auch die Geschichte vor und nach dem Attentat grundlegend untersuchen. Besonders wichtig sei ihr, "dass auch der Umgang mit den Angehörigen der Opfer und Fragen der Erinnerungskultur umfassend beleuchtet werden", betonte die Bundesinnenministerin.
Die im vergangenen April von Faeser eingesetzte Kommission setzt sich laut Ministerium aus acht international renommierten Forscherinnen und Forschern zusammen, die langjährige wissenschaftliche Expertise in unterschiedlichen für das Forschungsthema relevanten Fachgebieten besitzen. Mit dem Schritt erfülle die Bundesregierung den letzten Teil der mit den Angehörigen der Opfer vereinbarten Gesamtkonzeption zum 50. Jahrestags des Attentats.
Ein palästinensisches Kommando war am 5. September 1972 in das Münchner Olympiagelände eingedrungen und hatte Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln genommen. Bei der Geiselnahme und einer fehlgeschlagenen Befreiungsaktion starben elf israelische Sportler und ein deutscher Polizist.
Das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) wurde vom Bundesinnenministerium damit betraut, in Zusammenarbeit mit der Historikerkommission das Forschungsprojekt umzusetzen. Die Öffentlichkeit werde durch regelmäßige Veröffentlichungen sowie Veranstaltungen über den Projekt-Verlauf und die Ergebnisse informiert. Im Herbst 2023 – im zeitlichen Umfeld des 51. Gedenktags des Anschlags – ist die erste Veranstaltung zum Projekt geplant, wie das Ministerium weiter mitteilte.
R.Lee--AT