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Trotz Debatten: Infantino verspricht friedliche "WM-Party"
Trotz der großen Fragezeichen hinter Co-Gastgeber USA und der Boykott-Debatte hat Gianni Infantino vier Monate vor Beginn der WM (11. Juni bis 19. Juli) eine fröhliche Endrunde versprochen. "Die WM wird eine Party, sie wird eine Feier - sie wird die Welt vereinen in Frieden und Freude", sagte der Präsident des Weltverbandes FIFA beim 50. Ordentlichen Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag in Brüssel: "Die WM wird ein Symbol der Einheit, des Friedens und der Solidarität sein."
Dabei baut Infantino auf die Europäer. "Ihr Beitrag wird absolut grundlegend sein, um diese Einheit und diese Solidarität zu schaffen", sagte der frühere UEFA-Generalsekretär: "Wir werden alle gemeinsam sehr hart daran arbeiten, dies möglich zu machen - und ich zähle auf jeden Einzelnen von Ihnen."
Infolge der aggressiven Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump und der Eskalation bei den Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE mit Todesopfern hatte es in den vergangenen Wochen eine Debatte über einen WM-Boykott in Europa gegeben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und andere europäische Verbände lehnen ein Fernbleiben derzeit ab. Bei der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am Mittwoch war ein Boykott dem Vernehmen nach kein Thema.
Vor Infantinos Rede hatte sich der für Sport zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef mit deutlicher Kritik direkt an den FIFA-Boss gewandt. Dabei sprach Micallef unverblümt von "Meinungsverschiedenheiten". Es gebe "eine Sache, die für uns nicht verhandelbar ist und bei der wir immer standhaft bleiben werden: unsere Werte. Denn für uns existiert Fußball nicht im luftleeren Raum", sagte der Malteser: "Der Fußball darf niemals, niemals kommerzielle und politische Erwägungen über das Erlebnis der Fans, über das Wohlergehen der Athletinnen und Athleten und die langfristige Entwicklung des Spiels stellen."
Danach wurde Micallef noch deutlicher. "Ich spreche als Fan, aber ich spreche jetzt auch als EU-Kommissar. Fußball ist ein öffentliches Gut, und er muss von Institutionen geregelt werden, die im öffentlichen Interesse handeln", äußerte der EU-Offizielle: "Sport und Fußball müssen mehr sein als Gewinne und der Wert für Anteilseigner."
Ganz im Sinne der Deutschen Fußball Liga (DFL) kritisierte Micallef zudem die hohen Ausgaben für Spielerberater, die fehlenden Gehaltsobergrenzen im Profifußball und die ungleiche Verteilung der Einnahmen.
A.Williams--AT